Die Strassenausführung der Spanischbrötlibahn ist in der Vergangenheit immer wieder auf das Jahr 1947 datiert worden. So viel vorweg: Das Foto stammt ebenfalls aus der Sammlung von Alois Feltrin und zeigt tatsächlich die für den Strassenbetrieb nachgebaute Spanischbrötlibahn am Fest-Umzug im Jahr 1947. Erstmals unterwegs war die Bahn allerdings bereits am Fest-Umzug der Badenfahrt 1937. So ist in den Neujahrsblättern 1938 unter dem Titel «Grosse Badenfahrt 1937», von Bezirkslehrer und Lokalhistoriker Paul Haberbosch (1901–1980) nachzulesen, dass unter dem Motto «Im Wandel der Zeiten» für den «Grossen Festumzug» im Vorfeld ein grosser Aufwand betrieben wurde. Am historischen Umzug mit 60 Vereinen und insgesamt 1800 Mitwirkenden fuhr erstmals der Nachbau einer Spanischbrötlibahn als strassentaugliche Ausführung mit. Diese stand im Zeichen des Jubiläums 90 Jahre Spanischbrötlibahn (die erste Eisenbahnverbindung ganz auf Schweizer Boden der Schweizerischen Nordbahn/SNB). Bau und Betrieb kosteten laut Urkunden 6142 Franken. «Am Ende des Zuges übrigens fuhr in einer Kutsche die 98-jährige Frau Käufeler mit, die als Erstklässlerin den Einzug der Original-Spanischbrödlibahn noch miterlebt hatte», schrieb Paul Haberbosch. Ebenfalls grossen Aufwand erforderte der Nachbau eines Modells des Schlosses Stein.

Die Spanischbrötlibahn für die Strasse wurde dann zehn Jahre später aus dem Dornröschenschlaf geweckt und bildete beim Bahnjubiläum selber eine Attraktion. Seither gehört sie als Publikumsattraktion zu Badener Festen. Sie wurde im Jahr 2003 aufwendig restauriert. Doch inzwischen gehört sie wieder zu den grossen Attraktionen und kann beim Betreiber, dem Stadtturnverein Baden, auch für besondere Anlässe gemietet werden.

Für das 100-Jahr-Jubiläum der Spanischbrötlibahn 1947 wurde eine Spanischbrötlibahn originalgetreu nachgebaut. Sie steht im Verkehrshaus in Luzern. (-rr-)