Baden
Spannungsgeladene musikalische Wundertüte im Nordportal

10 Jahre lang feilte Robbie Caruso im hauseigenen Studio am Sound seines «Caruso Chillout Orchestra». Das Resultat kann sich hören und sehen lassen – morgenim Badener Nordportal.

Ursula Burgherr
Merken
Drucken
Teilen
Robbie Carusos (rechts) «Chillout Orchestra» stellt sein zweites Studioalbum vor.

Robbie Carusos (rechts) «Chillout Orchestra» stellt sein zweites Studioalbum vor.

ZVG

Der Brugger Robbie Caruso hat sich weit über die lokalen Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Er spielte mit Hendrix Ackle und vielen anderen bekannten Schweizer Musikgrössen, ist fester Bestandteil der Heinrich Müller Band, komponierte den Soundtrack für Michel Gammenthalers Programm «Scharlatan». Als Veranstalter von Eventreihen wie Artbar Brugg, Mittwochsmusig in der Badi Villnachern und «Cubus live» in Birrhard ist er dafür bekannt, die besten nationalen und internationalen Acts auf die Aargauer Bühnen zu bringen. «Mit der eigenen Formation Chillout Orchestra habe ich mir einen Bubentraum erfüllt», sagt Robbie Caruso.

Verträumt bis tranceartig

Wobei das eher untertrieben ist. Nach «Honeymoon Deluxe» präsentiert die Band 2014 mit «Golden Matrix» bereits ihre zweite CD. Carusos Mitmusiker sind allesamt bekannten Grössen: Roland Schildknecht, der oft wie ein wilder Derwisch auf seinem Hackbrett spielt, wirkte schon bei Projekten von «Patent Ochsner», Stephan Eicher und Curt Cress mit; Bassist Felice Müller begleitete Gianna Nannini und Toni Vescoli auf Konzerttour; Schlagzeuger Reto Spoerli trommelte unter anderem für Wanda Jackson und «Cyrano»; Pianist und Saxofonist Florian Egli war Mitglied bei «Ghetto Netto» und «Sofa».

Gemeinsam liefern die «Big Five» einen Sound ab, der mal bombastisch und orchestral klingt, dann wieder verträumt und fast tranceartig. Immer wieder ist Carusos einfühlsames und virtuoses Gitarrenspiel zu hören, die Mischung vom volkstümlichen Hackbrett und modernen Loops und Beats liefert kontrastreiche Spannungsbögen. Anlehnungen an Pink Floyd und Mike Oldfield sind auszumachen, fürs Auge gibt es psychedelisch anmutende Visuals vom Badener Sebastiano Bucca auf Grossleinwand.

Caruso bezeichnet es als extreme Herausforderung, die von ihm im Studio komponierten Musikstücke live auf die Bühne zu bringen. Zudem sei es ein Wagnis, mit reiner Instrumentalmusik reüssieren zu wollen. «Der Musikmarkt ist knallhart geworden, aber nicht nur für uns», meint Caruso, «heute brennt jeder seine eigene CD zu Hause und es wird zunehmend schwierig, sich aus dem riesigen Angebot herauszuheben.»

Aber genau das ist dem Caruso Chillout Orchestra gelungen. Die Publikumsreaktionen auf die bisherigen Live-Konzerte waren begeistert, auch wenn die Band immer noch eher ein Geheimtipp ist, den es sich zu entdecken lohnt.

Caruso Chillout Orchestra 18. Oktober 2014, 21 Uhr, Nordportal Baden