An der Wintergmeind 2018 traf ein, was in Mägenwil so wohl noch nie vorgekommen war: Die Stimmberechtigten wiesen das Budget an den Gemeinderat zurück. Sie waren mit der Steuerfusserhöhung von 103 auf 110 Prozent nicht einverstanden.

In den vergangenen Wochen ist der Gemeinderat gemeinsam mit der Finanzkommission über die Bücher gegangen. Jetzt legt er für 2019 ein Budget mit einem Steuerfuss von 108 Prozent vor. Dadurch ergeben sich bei den Steuern zwar Mindereinnahmen von 85'000 Franken, dennoch weist das Gesamtergebnis einen Ertragsüberschuss von 68'950 Franken auf (zuvor: 24'200 Franken). Das operative Ergebnis beträgt minus 451'050 Franken und kann im 2019 mit einer Entnahme aus der Aufwertungsreserve beschönigt werden.

«Alle Positionen gleich betroffen»

Dass das neue Budget mit einer um zwei Prozentpunkte tieferen Steuererhöhung daherkommt und trotzdem ein besseres Ergebnis als der erste Voranschlag aufweist, ist auf verschiedene Kürzungen und Streichungen zurückzuführen. «Bei der Überarbeitung des Budgets fokussierten wir uns insbesondere auf alle von der Gemeinde nicht zwingend zu tätigenden Ausgaben», sagt Gemeindeammann Daniel Pfyl (SVP). Ausserdem habe man verschiedene Positionen anhand konkreter Zahlen ändern können, die bei der Erstellung des Budgets noch nicht bekannt waren.

«Wir haben versucht, den Rotstift so anzusetzen, dass die Sparrunde ausgewogen ist», erklärt Pfyl. Von der Gemeindeverwaltung über die Schule, die Jungen, die Senioren, die Vereine oder die Familien: alle Positionen seien gleichermassen betroffen. So wurden unter anderem die Sitzungsgelder des Gemeinderats sowie die Weihnachts- und Jubilarengeschenke um 10 000 Franken gekürzt. Der Apéro nach der Wintergmeind 2019 ist gestrichen, ebenso findet die Jungbürgerfeier und der Seniorenausflug in diesem Jahr nicht statt. Die Vereinsbeiträge in Höhe von 6550 Franken wurden gestrichen wie auch der Gemeindebeitrag über 15 000 Franken an den Mittagstisch. Kein Geld gibt es für den Teamtag der Lehrpersonen, die Sexualpädagogik, den Ersatz der Unihockey-Matten sowie der Heizung des alten Schulhauses. Nicht zuletzt wird der Beitrag an die Bibliothek Baden (500 Franken) gestrichen. Die verschiedenen Einsparungen betragen 93'550 Franken.

«Es ist nun mal so, dass sparen wehtut», sagt Pfyl. «Jetzt können die Bürger entscheiden, ob sie mit den getroffenen Sparmassnahmen einverstanden sind oder nicht.» Er hätte es bevorzugt, wenn bereits an der Wintergmeind Vorschläge unterbreitet worden wären. «Eine Rückweisung bei einem Budget ist immer die schlechteste Lösung, zumal das Überarbeiten unter Zeitdruck nicht nur Zeit, sondern auch einiges Geld gekostet hat. Besser wäre es, wenn man jeweils an der Versammlung Positionen erwähnt, die aus Sicht der Votanten unnötig wären.»

Budget wird am 31. Januar vorgelegt

Neben dem Budget wurde auch der Finanzplan 2019 bis 2023 überprüft. «Dabei haben wir die geplanten Investitionen anhand ihrer Dringlichkeit nochmals überprüft und soweit als möglich aufgeschoben», sagt der Gemeindeammann. Beispielsweise werden Sanierungsmassnahmen an Gebäuden frühestens 2024 in Angriff genommen, der Dorfplatz soll vorerst nicht erstellt werden und auf die Sanierung des Kugelfangs wird verzichtet. Zudem soll die Kantonsstrasse nicht wie geplant im 2021, sondern erst 2023 saniert werden. Was den Steuerfuss betrifft, wurde bis 2021 mit 108 Prozent und ab 2022 mit 110 Prozent gerechnet.

Die Steuerfusserhöhung für 2019 ist gemäss Pfyl nötig, weil die Erträge bei den Aktiensteuern seit einigen Jahren sehr volatil sind und weil die Abschreibungen für die Schulraumerweiterung mit dem Neubau der Doppelturnhalle zu Buche schlagen. Die Gmeind wird am 31. Januar über das überarbeitete Budget 2019 befinden.