«Die Leute kommen nicht wegen der Punkte zu uns.» Dies sagte die «Spedition»-Geschäftsführerin Claudia Detling Anfang Oktober 2011 in der az, als bekannt wurde, dass die «Spedition» 2012 nicht mehr im Gastroführer Gault Millau aufgeführt wird.

Trotzdem freut sich Reto Grohmann, strategischer Geschäftsführer der «Spedition», dass sein Betrieb von «Gault Millau» nun wieder Punkte erhalten hat – auch wenn es vorerst «nur» für 13 und nicht wie zuvor für 14 Punkte gereicht hat. Gleichzeitig relativiert Grohmann: «Genau so wichtig wie die Auszeichnung im Gastroführer ist für uns die Zufriedenheit der Gäste, und dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.» So stellt Grohmann in Aussicht: «Unser Ziel ist es, keine Preiserhöhungen vorzunehmen, auch wenn wir eines Tages mehr Punkte führen sollten.»

Baden: Nur eine «Gault Millau»-Beiz

Grohmann zeigt sich besonders erfreut, dass der neue Chefkoch, der 34-jährige Deutsche Torsten Rachlok, in der «Spedition» super begonnen habe. «Der Start für Rachlok war brutal, doch unser neuer Chefkoch hat das sensationell gemeistert», wenn er etwa an die vielen Bankette in der Vorweihnachtszeit denke.

Mit Stolz erfüllt den Geschäftsführer auch die Tatsache, dass die «Spedition» der einzige Betrieb in Baden mit «Gault Millau»-Punkten sei. Dies, weil die Familie Bertozzi ihren Betrieb im Trudelhaus in der Oberen Halde Ende Jahr einstellen wird.

Chefkoch sieht mehr Potenzial

Längerfristig strebe man wieder 14 Punkte, wenn nicht gar 15 Punkte an. Dass Torsten Rachlok dieses Potenzial habe, davon ist Grohmann überzeugt. Das sieht auch der Angesprochene so: «13 Punkte für die hektische Anfangsphase sind ein guter Start. Ich sehe mein Potenzial auch bei 14 bis 15 Punkten.»

Ein besonderes Augenmerk wolle man aber auch dem Service schenken, der in der neusten Bewertung von «Gault Millau» leichte Kritik einstecken musste. «Es sei klar, dass das Gesamtpaket stimmen müsse, sagt Grohmann. «Wir wollen im Service aber auch ganz bewusst Lernenden eine Chance bieten», da seien kleine Unzulänglichkeiten unvermeidbar.

Auch wenn der neue «Gault Millau»-Führer erst nächsten Herbst erscheint, profitiere die «Spedition» von der Wiederaufnahme im Führer, heisst es bei «Gault Millau» Schweiz. «Der Betrieb darf die 13 Punkte auf seiner Website aufführen und auf die neu erworbenen Punkte mit einem Aushang aufmerksam machen.»