Berufsschau Wettingen
Speed-Dating mal anders: 200 Berufe in vier Stunden

Die Aargauische Berufsschau in Wettingen bietet Einblick in praktisch alle Berufe, die der Aargau zu bieten hat. Bis zum Sonntag werden rund 40 000 Besucher erwartet.

Jörg Meier
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Berufsschau Tägerhard (V2)
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Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Maler, Gipser. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Elektroniker EFT, Lötstation. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Elektroniker EFT, Lötstation. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Geomatik, Satelittenortung. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher BKS. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Geomatik, Satelittenortung. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Elektroniker EFT, Lötstation. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher BKS. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Montageprofi, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher BKS. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher BKS. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Montageprofi, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Regierungsrat Alex Hürzeler, Vorsteher BKS. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.
Berufsschau Laborantin, Chemie- und Pharmatechnologie. Aargauische Berufsschau, Tägerhard, wettingen, 6. September 2017.

Berufsschau Tägerhard (V2)

Alex Spichale

Mittwochnachmittag, Tägerhard Wettingen. Die Aargauische Berufsschau ist gut besucht; trotzdem herrscht kein Gedränge. Da in den meisten Schulen am Mittwochnachmittag schulfrei ist, sind nur wenige Schulklassen da. Dafür umso mehr Eltern mit ihren Kindern im Berufswahlalter. Die Klassen teilen sich auf; vielfach erkunden sie die Ausstellung mit klaren Aufträgen, andere Schüler ziehen frei durch die Halle und das Aussengelände, sie sollen spontan dort Halt machen, wo es sie hinzieht.

Die Familien, die an die Ausstellung kommen, haben hingegen meist schon eine konkrete Vorstellung, was sie wissen möchten. So auch jene Mutter, die mit ihrem Sohn vor dem Stand der Schreiner steht und sagt: «Schau David, hier kannst du alles fragen – oder soll ich?» Der Schüler will nicht, dass seine Mutter Fragen stellt, und selber will er auch nicht fragen; ein Stift erkennt das Dilemma und nimmt sich des Jugendlichen an, zeigt ihm eine Maschine, die beiden kommen ins Gespräch.

Berufsschau wird obligatorisch

Am Mittwochnachmittag besucht auch Bildungsdirektor Alex Hürzeler zusammen mit weiteren geladenen Gästen die 15. Aargauische Berufsschau. Diese ist ein Abbild der erfolgreichen dualen Berufsbildung, wie sie im Aargau praktiziert wird. Dieses Jahr haben rund 6600 Lernende einen Abschluss auf der Sekundarstufe II erlangt. Davon entfielen rund 5200 Abschlüsse auf die Berufsbildung. Das sind über 78 Prozent. Damit liege der Aargau klar über dem schweizerischen Durchschnitt, der 63 Prozent betrage, erklärte Hürzeler.

Sascha Kernen (12) Obergösgen «Ich würde gerne Metallbauer oder Schreiner werden, weil ich sehr gerne mit Holz und Metall arbeite. An der Berufsschau habe ich bereits mit zwei Lehrmeistern gesprochen. Sie konnten mir helfen und meine Fragen beantworten.»
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Merdan Oezer (13) Villmergen «Ich will Grenzwächter werden, weil ich schon immer was mit Tieren und der Polizei machen wollte. Aber Polizist kann ich nicht werden, da ich leider kein sehr guter Schüler bin. Grenzwächter passt einfach zu mir, ich bin zum Beispiel auch gerne in der Natur. Den Beruf gibts an der Berufsschau leider nicht, aber ich habe in einem Buch Informationen nachgelesen. Man muss erst eine Lehre absolvieren, bevor man Grenzwächter werden kann. Deswegen will ich zuerst Büroassistent lernen. Dieser Beruf wird hier auch präsentiert.»
Saidi Charo (18) Frick «Ich möchte eine KV-Lehre machen in der Fachrichtung Spedition und Logistik. Ich bin für den Beruf geeignet, weil ich sehr kontaktfreudig und teamfähig bin. Ausserdem liebe ich es, am Computer zu arbeiten und zu organisieren. Bei diesem Beruf kann ich jeden Tag etwas Neues erleben. Hier an der Berufsshow konnte ich neben dem KV-Beruf auch den des Chemielaboranten kennen lernen. Das hat mich sehr interessiert und ich konnte feststellen, dass ich auch für diesen Beruf geeignet wäre. An der Ausstellung habe ich auf jeden Fall etwas lernen können.»
Blenera Ademi (13) Spreitenbach «Mein Berufswunsch ist Kauffrau. Ich habe von meiner Schwester gehört, wie der Beruf so ist. Da dachte ich, dass das auch was für mich sein könnte. Heute habe ich an der Berufsschau gelernt, dass man Respekt zeigen muss und viel am Computer arbeitet. Beispielsweise dann, wenn man bei der Bank die Lehre macht.»
Samira Zimmermann (12) Villmergen «Ich kann gut mit Kindern umgehen, deshalb will ich Kleinkinderzieherin werden. Die Kleinen sind immer so offen und man kann es ihnen einfach nicht übel nehmen, wenn sie etwas falsch machen. Aber ich liebe es auch, mit Blumen zu arbeiten oder zu dekorieren. Darum interessiere ich mich auch für den Beruf der Floristin. Und Konditorin/Confiseurin finde ich gut, weil man da selber backen kann und seine Kreativität fördert. An der Berufsschau werden alle drei Berufe gezeigt. Hier finde ich es gut, dass ich auch sehen kann, was zum Beispiel ein Metallbauer macht. Ich selbst habe mich noch nicht entschieden, ich finde alle Berufe gleich gut.»

Sascha Kernen (12) Obergösgen «Ich würde gerne Metallbauer oder Schreiner werden, weil ich sehr gerne mit Holz und Metall arbeite. An der Berufsschau habe ich bereits mit zwei Lehrmeistern gesprochen. Sie konnten mir helfen und meine Fragen beantworten.»

Nora Güdemann

Der Bildungsdirektor nannte die Berufsschau ein wichtiges Instrument, das den Jugendlichen helfe, den richtigen Beruf zu finden. Und er präzisierte: «Der richtige Beruf ist halt häufig nicht der einfachste.» Mit dem neuen Lehrplan 21 solle dem Berufswahlprozess in der Volksschule künftig noch mehr Beachtung geschenkt werden, sagte Hürzeler. So werde das neue Modul «Berufliche Orientierung» an der Oberstufe verbindlich eingeführt, der Besuch der Berufsschau werde dadurch für die Jugendlichen eine Selbstverständlichkeit.

Vor mittlerweile 36 Jahren habe er bei der damaligen Aargauischen Hypothekar- und Handelsbank seine Lehre absolviert, erzählte Hürzeler. Inzwischen sei aus seiner Lehrbank die NAB geworden, seine KV-Schule in Laufenburg gebe es nicht mehr und sein damaliger Beruf
habe sich gründlich verändert.

Die Berufswelt verändere sich im Zeitalter der Digitalisierung schneller und umfassender, als uns manchmal lieb sei, sagte Hürzeler; es gehe darum, fit und bereit für die Veränderungen zu sein. Er selber arbeite zwar immer noch gerne mit Papier und Stabilo – er fürchte, er bringe das nie mehr ganz weg.

Digitalisierung als Hauptthema

Kurt Schmid, der Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes, betonte, wie sehr das Gewerbe im Kanton auf Fachkräfte angewiesen sei und wie stark die Entwicklung der einzelnen Berufe durch die Digitalisierung geprägt sei. Dies wird an der Berufsschau sehr gut sichtbar, etwa wenn diverse Berufsgruppen bereits Virtual Reality einsetzen, um den Jugendlichen einen authentischen Einblick in die Berufe zu geben.

Schmid stellte auch erfreut fest, dass im Aargau dieses Jahr erstmals mehr Berufsmaturanden als gymnasiale Maturanden ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Er rühmte zudem die Qualität der Berufsschau, die den Jugendlichen zeige, welche Möglichkeiten es gebe. «Die Berufsschau ist ein einziger, grosser ‹Walk of Jobs›», sagte Schmid.

40'000 Besucher erwartet

Dieser «Walk of Jobs» in Wettingen ist noch bis zum Sonntag begehbar; der Eintritt ist frei. OK-Präsident Peter Fröhlich rechnet mit rund 40 000 Besucherinnen und Besuchern. «In der Regel verbringen die Jugendlichen zwischen drei und vier Stunden an der Berufsschau», erklärt Fröhlich und rühmt die gute Vorbereitung durch die Lehrpersonen. Offenbar hat sich die Qualität der Berufsschau bis über die Kantonsgrenzen hinaus herumgesprochen. Fröhlich stellt fest, dass auch zunehmend mehr Besucher aus den Nachbarkantonen in Wettingen anzutreffen sind.

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