Onigiri-Reisbällchen, Blätterteignester mit chinesischer Füllung, Jackfruit-Joghurt und Melonen-Chai standen am Dienstagmittag auf dem Speiseplan. Schüler der kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) in Baden haben das Gemeindezentrum Bethel in Wettingen in ein asiatisches Speiselokal verwandelt.

Noch bis Samstag findet die Spezialwoche der ksb statt. Die rund 1000 Jugendlichen aller vier Schulstandorte Aarau, Wohlen, Rheinfelden und Baden haben pro Klasse je ein Projekt zu den Bereichen Kultur, Geschichte oder Integration ausgearbeitet: Einen Arbeitseinsatz im Zoo leisten, ländertypische Sportarten ausüben oder selbstgeführte Interviews filmen, sind Ideen der Jugendlichen.

Das Ziel der Spezialwoche ist es, dass sich die Schüler für andere engagieren und sie die Verantwortung für das Gelingen ihrer Projekte tragen.

Rahel Heimgartner (16) und Sheila Aloverovic (16) über die Spezialwoche der ksb

Rahel Heimgartner (16) und Sheila Aloverovic (16) über die Spezialwoche der ksb

Die Kantonale Schule für Berufsbildung (ksb) führt eine Spezialwoche durch. Die beiden Schülerinnen Rahel Heimgartner und Sheila Aloverovic erklären im Gespräch, was es mit der aussergewöhnlichen Schulwoche auf sich hat.

Recherchieren und kochen

Die Klasse B22 unter der Leitung von Jürg Sommerhalder wollte sich mit Asien, Südamerika, dem Balkan, Spanien und nordischen Kulturen auseinandersetzen. Um das Projekt planen zu können, mussten sich die Jugendlichen klar werden, was ihre Fähigkeiten und Kompetenzen sind. «Sich selbst einschätzen, reflektieren und beurteilen ist Teil des Lernprozesses», sagt Sommerhalder.

Die Klasse recherchiert zu ausgewählten Kulturen und kocht ländertypische Gerichte. Die Kochgruppen haben Rezepte zu den jeweiligen Regionen ausgewählt, diese an einem Nachmittag ausprobiert und allfällige Anpassungen am Rezept und der Zubereitung vorgenommen. «Wir haben am Anfang zu wenig Sauce einberechnet und an Salz hat es auch gefehlt», meint Viviana (16) zu ihren Verbesserungen.

Das Probekochen und die Erkenntnisse davon haben die Kochgruppen in ihren Tagebüchern dokumentiert. «Heute Morgen haben wir uns getroffen und im Coop eingekauft. Das war auch eine kleine Herausforderung: ‹Reicht die Menge oder hat es sogar schon zu viel?›, haben wir uns gefragt», sagen die beiden 16-jährigen Schülerinnen Rahel und Sheila. Auch ob das Geld ausreichen würde, waren sie sich nicht sicher.

Pünktlich um 12 Uhr trifft der Rest der Klasse im Gemeindezentrum Bethel in Wettingen ein. Sie verbringt den Tag im Schulzimmer und recherchiert zu ihrem Themengebiet. «Ich habe mich für Asien entschieden, weil ich davon noch am wenigsten weiss», sagt Svenja (17), die die Teamleitung von Asien übernommen hat. Die Schüler lernen, wie wichtig die Organisation, Aufgabenteilung und Teamfähigkeit für ein gelungenes Projekt sind.

Während sich die einen um die Fakten kümmern und aus Eckdaten einen Steckbrief erstellen, recherchieren die anderen zu Themen wie Politik, Wirtschaft, Geschichte und Kultur. «Wenn die nordischen Kulturen ihren Traditionen noch heute gleich stark nachgehen würden, wäre das schon ziemlich brutal», sagt Remo (16), der sich über die kriegerische Natur der Wikinger erkundigt hat.

Organisieren und präsentieren

Der Tagesausflug, der in der Spezialwoche ebenfalls auf dem Programm steht, soll sich um die Schweizer Kultur drehen. «Es ist immer ganz spannend, was die Klassen auswählen», sagt Sommerhalder. So war er über die Wahl des Verkehrsmuseums als Ausflugsorts überrascht. Die Klasse hat vorgeschlagen, mit dem Zug und dem Schiff nach Luzern zu reisen und den Tag im Verkehrshaus und im Planetarium zu verbringen.

Auch die Organisation und die Dokumentation des Tagesausflugs sind Aufgaben der Jugendlichen. Am Ende der Woche wird jeder Schüler sein persönliches Dossier mit Tagebucheinträgen, Kochbuch und Recherchiertem erstellen. Dieses werden sie den Eltern nebst Kostproben vorstellen.

Die Präsentation findet am Freitagnachmittag statt und schliesst das Projekt ab. «Die Spezialwoche macht Spass. Es ist mal etwas anderes als der normale Schulalltag», sagen Schüler der Klasse B22.