Endlich ist es so weit: Die Schüler der Mittelstufe der Schule Untersiggenthal führen dieses Wochenende ihre Tanzinszenierung der Geschichte «Heidi» auf. Bei der Hauptprobe gestern Freitag in der Mehrzweckhalle zeigen die Kinder schon ein erstes Mal, was sie alles können. Aus den Boxen hallt, ganz unerwartet, modernste Pop-Musik. Zu Macklemore oder Lo & Leduc wirbeln die Schüler über die Bühne oder hüpfen wild auf und ab. Leichtfüssig, mit viel Freude und sehr konzentriert tanzen die Schüler der vierten bis sechsten Klasse.

Da gibt es ein Mädchen, dass mit soviel Hingabe das «Heidi» spielt, dass es alle Zuschauer in den Bann zieht. Oder der Junge, der den Grossvater verkörpert und sich so gekonnt bewegt, als würde er nie etwas anderes tun. Doch nicht nur die beiden, sondern alle Kinder verzaubern das Publikum mit einer unterhaltsamen, ausdrucksstarken Vorführung – und das ganz ohne Worte, nur mit Tanz und Mimik.

Tanzlektionen mit Choreografen

Unterstrichen wird die Tanzinszenierung mit einem farbenfrohen Bühnenbild. Mit ihren Malereien haben die Kinder die Kulissen in eine romantische Berglandschaft oder eine kalte Stadthaus-Fassade verwandelt. Für das Endprodukt haben sie während zweier Projektwochen intensiv geübt und sich in allen Fächern mit der bekannten schweizerischen Figur auseinandergesetzt.

Die Untersiggentaler Mittelschüler mit ihrer ganz eigenen Heidi-Interpretation.

Die Untersiggentaler Mittelschüler mit ihrer ganz eigenen Heidi-Interpretation.

«Das ‹Heidi› ist durch den neuen Spielfilm sehr aktuell und kommt bei den Kindern gut an», sagt Ursula Rey, Leiterin der Mittelstufe. Die Kinder hätten den Film gesehen und sich zum Beispiel im Deutsch mit der Figur befasst oder die sozialen Thematiken der Geschichte behandelt. Der Schwerpunkt des Projektes waren aber die Tanzlektionen. Die Idee für die Tanzaufführung kam von Guy Mäder, einem jungen Lehrer an der Schule Untersiggenthal, der auch Choreograf ist.

Zusammen mit Rena Brandenberger, Choreografin und Tanzpädagogin, entwickelte er das Programm für die Aufführung.«Ist es nicht einfach toll?» Zehn Klassen sind an dem Projekt beteiligt. «Jede Klasse hat eine Szene aus ‹Heidi› zugeteilt bekommen, die sie tänzerisch umsetzt», erklärt Ursula Rey.

«Ist es nicht einfach toll?»

Doch nicht nur die Kinder mussten beim Projekt viel leisten– «bei der Planung haben wir gemerkt, dass es auch finanziell sehr aufwendig ist», sagt Ursula Rey. Technik und Kostüme seien nicht gratis. Das Budget der Schule reichte nicht. Doch dafür konnte eine Lösung gefunden werden. Die Unterstützung der Eltern sei gross gewesen und es hätten sich auch diverse Sponsoren gefunden.

Nach der Hauptprobe ist Rey sehr zufrieden: «Ist es nicht einfach toll?», fragt sie strahlend. Den Kindern gefällt es zumindest. Egecan, Bruno, David und Céline aus der vierten Klasse finden: «Wir lieben das Tanzen. Es ist echt spannend und auch das Malen der Kulissen hat uns sehr viel Spass gemacht.» «Heidis» Geschichte sei für sie fast wie das echte Leben, fügt Céline hinzu. Und Jana aus der fünften Klasse findet das Projekt mache «mega Spass, weil man so abdancen kann».

Ganz am Schluss der Aufführung kommen alle rund 210 Kinder zusammen auf die Bühne für den gemeinsamen Schlusstanz. Das klappt, trotz wenig Platz und vielen aufgeregten Kindern reibungslos. Und dann gibt es noch eine stimmstarke Zugabe: «Und i ha Heimweh nach de Bärge, nach em Grossvater und nach der Alp. Nach de Geisse, nachem Peter und sim Grosi...»

«Heidi», eine moderne Tanzinszenierung: Samstag, 12. März: 16.30 Uhr und 19 Uhr Mehrzweckhalle Untersiggenthal