Würenlos
Sportverein-Präsident tritt frustiert zurück

Er mag nicht mehr. Jürg Frei, Präsident des SV Würenlos tritt zurück. Seit Jahren setzt er sich für den Ausbau der Sportanlagen ein, doch ohne Erfolg.

Anna Wanner
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«Ich bin keiner, der vor einer grossen Verantwortung davonläuft, aber ich kann nicht mehr.» Die Frustration steht Jürg Frei, Präsident des SV Würenlos, im Gesicht geschrieben. Seit mehr als zehn Jahren setzt sich Frei für den Ausbau der Würenloser Sportanlagen ein. Die hiesigen Vereine und die Schule sollen ihren Sportbetrieb aufrechterhalten können, dazu muss dem Wachstum der Gemeinde und damit den steigenden Mitglieder- und Schülerzahlen Rechnung getragen werden. Der Bau von zusätzlichen Sportplätzen ist unumgänglich.

Der umtriebige Präsident des SV steckte Niederlagen weg und suchte neue Lösungen. Auch als 2003 Anwohner gegen den Ausbau der Sportanlage Ländli klagten, weil sie zunehmende Lärmemissionen befürchteten, ging Frei auf die Strasse und kämpfte für die Sportplätze. Das Aargauische Verwaltungsgericht gab aber den Klägern recht – zum Leidwesen der Vereine und der Sportfreunde von Würenlos. Ein Rechtsstreit war lanciert, der sich über Jahre hinzog.

Währenddessen begann Jürg Frei nach Alternativen zu suchen. «Mir ist es ein Anliegen, Jugendliche von der Strasse zu holen. Vereine betreiben aktive Sozialarbeit, sie sind eine Stütze der Gesellschaft. Deshalb muss ihnen Sorge getragen werden», begründet Frei sein langjähriges Engagement. Die vorhandenen Sportplätze reichen aber schon lange nicht mehr aus, um die zahlreichen Mannschaften des Rugby Clubs, der Fuss- und Faustballer und der beiden Turnvereine unterzubringen. Der Platzmangel verschärft sich mit dem Bau eines neuen Schulhauses, das bis 2013 auf einem der raren Rasenplätze fertiggestellt werden soll.

Blockade bei der Gemeinde

Kaum war die Niederlage vor dem Verwaltungsgericht verdaut, steht Frei nun bei der Gemeinde an. Das Land neben dem Schwimmbad Wiemel hätte sich für neue Sportplätze geeignet. «Aus Angst vor weiteren Einsprachen ging die Gemeinde nicht auf diesen Vorschlag ein», sagt Frei. Deshalb grub er ein bereits tot geglaubtes Projekt wieder aus: eine Sportanlage bei der Huba-Control, dorfauswärts Richtung Tägerhard. Dort liegt Land brach, das für eine Sportanlage genützt werden könnte. Ausserdem wären Lärmimmissionen hier kein Thema. Auch die Gemeinde hat dieses Land ins Auge gefasst. «Wir warten auf den Entscheid des Kantons über die Umzonung des Landes, damit wir das Projekt Sportplatz umsetzen können», sagt Gemeindeammann Hans Ulrich Reber.

Es fehlt an Mut und Visionen

Doch es gibt keinen Konsens zwischen Gemeinderat und dem Leiter des SV Würenlos. Die Pläne von Frei lehnt die Gemeinde ab. Von vier verlangten Spielfeldern will sie nur zwei realisieren. Reber sieht zwar die Notwendigkeit von neuen Sportplätzen, sagt aber: «Wir gehen unseren eigenen Weg.» Frei winkt ab: «Zwei Plätze reichen einfach nicht. Dann sind wir in kurzer Zeit wieder genau gleich weit wie jetzt! Den Bedarfsnachweis für 4 Sportplätze haben wir längst erbracht. Die Auslastung der Plätze ist belegt.» Frei ärgert sich nicht nur über die Kurzsichtigkeit des Gemeinderats, sondern auch über nicht eingehaltene Wahl-Versprechen. Er bemängelt das Fingerspitzengefühl des Gremiums und sagt, dass Mut, Ehrlichkeit und Vision fehlen.

Frei ist sehr stolz auf seinen Verein. Er habe nie einen Junior-Fussballspieler ablehnen müssen, weil er keinen Platz hatte. Er will, dass dies auch in Zukunft so bleibt.