Morgen Donnerstag beginnt auch in Baden die Fasnacht. Fast könnte man meinen, der bunte Verteilkasten an der Burghaldenstrasse sei zu diesem Zweck dekoriert worden. Doch die Sprayer, die letztes Wochenende in Baden ihr Unwesen trieben, dürften als Allerletztes an die närrische Zeit gedacht haben. Davon zeugen auch die anderen Graffiti weiter oben in der Nähe des Restaurants Belvédère.

Bis jetzt sei noch keine Anzeige eingegangen, sagt Martin Brönnimann, Chef der Stadtpolizei Baden, auf Anfrage. «Grundsätzlich handelt es sich bei Graffiti und Schmierereien um Sachbeschädigungen», so Brönnimann. Einen Anstieg von Anzeigen habe es in letzter Zeit jedoch nicht gegeben.

Für Thomas Stirnemann, Leiter des Werkhofs bei der Stadt Baden, und sein Team seien Graffiti und Schmierereien «Daily Business», wie er sagt. «Unser Ziel ist es, solche Schmierereien innerhalb von 48 Stunden wieder zu beseitigen.»

Im Normalfall geschehe dies mit Hochdruckreinigern und Lösungsmitteln. «Wir verzichten darauf, die Grundflächen mit einem Graffiti-Schutz zu versehen, da wir die Erfahrung gemacht haben, dass dies die Reinigung fast noch aufwendiger gestaltet», so Stirnemann.

Ein grosses Problem seien übrigens nicht nur Graffiti und Sprayereien, sondern die vielen Kleber, die überall angebracht werden. Das Entfernen von Graffiti und dergleichen würde jährlich mit rund 50'000 Franken zu Buche schlagen, sagt Stirnemann.

Wäre es denn nicht auch eine Option, gewisse Flächen für Graffiti freizugeben? So schrieb BT-Kolumnist Simon Balissat im letzten Herbst: «Während Graffiti in anderen Städten den öffentlichen Raum prägen, werden sie hier verteufelt und sofort beseitigt. Und ich spreche nicht von hässlichen Schmierereien auf Fassaden, sondern von bunten, kreativen Malereien.»

«Wir haben auch schon Flächen freigegeben, zum Beispiel bei der Unterführung Ländliweg-Zürcherstrasse», sagt Stirnemann. Oder beim Dättwilerweiher in der Nähe des Skateparks habe man Kinder eine Wand verzieren lassen.

«Irgendwelche Idioten – ich kann es leider nicht anders sagen – haben die Kinderzeichnungen dann wieder übermalt.» Stirnemann gewinnt der Idee von Streetart auch Positives ab: «Doch dann müssen die Zeichnungen ein gewisses Niveau haben und über blosse Schmierereien hinausgehen.»