Spreitenbach
Baugesuche in den Startlöchern: Überbauung von grosser Baulandreserve im Limmattal rückt näher

Der Spreitenbacher Gemeinderat hat den Erschliessungsplan «Kreuzäcker Nord» beschlossen. Wenn die Beschwerdefrist abgelaufen ist und der Kanton grünes Licht gibt, könnten bereits im nächsten Jahr erste Baugesuche aufliegen.

Claudia Laube
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Auf der Baulandreserve war vor zehn Jahren noch ein Nutzfahrzeugcenter geplant – das verbot der Kanton. Im Hintergrund die Limmattalbahn, die aus dem Depot (rechts) fährt. Parallel zu den Gleisen soll die Müslistrasse ausgebaut werden.

Auf der Baulandreserve war vor zehn Jahren noch ein Nutzfahrzeugcenter geplant – das verbot der Kanton. Im Hintergrund die Limmattalbahn, die aus dem Depot (rechts) fährt. Parallel zu den Gleisen soll die Müslistrasse ausgebaut werden.

Claudia Laube

Am östlichen Rand von Spreitenbach liegt eine 4,7 Hektare grosse Baulandfläche brach, bei der bereits 2012 konkrete Pläne zur Überbauung bestanden. Sie gehört zu den letzten grossen, eingezonten Baulandreserven im Limmattal und befindet sich gleich neben der Limmattalbahn-Haltestelle Kreuzäcker sowie ganz in der Nähe von deren Depot auf Dietiker Boden.

Nachdem hier in den vergangenen zehn Jahren im Hintergrund viel geplant wurde, eine Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung öffentlich auflag und die Spreitenbacher Stimmberechtigten 2021 alles genehmigten, könnten schon bald erste Baugesuche folgen. Damit das Gebiet endgültig baureif wird, muss die Gemeinde die dortige Erschliessungsstrasse, die Müslistrasse, ausbauen. Der Gemeinderat hat nun den Erschliessungsplan «Kreuzäcker Nord» beschlossen, wie dem Amtsblatt vom 8. Dezember zu entnehmen ist.

Gegen den Beschluss kann innert 30 Tagen Beschwerde eingereicht werden. Da bei der öffentlichen Auflage keine Einwendungen eingegangen sind, wie auf der Bauverwaltung zu erfahren war, ist das nicht zu erwarten. Nach Ablauf der Frist hat der Kanton das letzte Wort.

Kanton legte Machtwort ein

Dieser trägt Mitschuld daran, dass hier noch immer nicht gebaut wurde, während vis-à-vis in der jüngeren Vergangenheit Wohn- und Gewerbeüberbauungen sowie auch das Hilton Hotel entstanden sind. So hatte der Kanton die bereits bestehenden Pläne aus dem Jahr 2012 mit einer fünfjährigen Planungszone, einem Baustopp, durchkreuzt.

Die Auto AG Group wollte zwischen Industriestrasse und Rangierbahnhof ein Nutzfahrzeugcenter bauen und hatte dazu bereits die Bewilligung von der Gemeinde erhalten. Der Kanton hielt hier wegen der Limmattalbahn aber einen Autohändler für fehl am Platz. Er wünschte, dass es sich auf der Fläche, die in der Bau- und Nutzungsordnung als Arbeitszone bezeichnet ist, um Gewerbe handelt, dessen Arbeitsplätze möglichst auf die Limmattalbahn ausgerichtet sind. Wohnnutzung war hier nie vorgesehen.

Auch sollten keine reinen Logistikbetriebe mehr erlaubt sein, die nur aus Lagern bestehen oder als Warenumschlagplatz dienen – so wie sie in Spreitenbach zahlreich vorhanden sind. Ebenso sollten Lagerflächen, die 30 Prozent der Grundstücksfläche übersteigen, ausgeschlossen werden.

Baugesuch für Müslistrasse soll bald aufliegen

Künftige Bauten mussten also mit den Anliegen des Kantons, der privaten Parzellen-Eigentümer und der Gemeinde konform gehen. Es brauchte einige Jahre, eine Vorlage auszuarbeiten, um die Bau- und Nutzungsordnung entsprechend anpassen zu können. Im Mai 2021 lag die dafür nötige Teiländerung öffentlich auf, der ein halbes Jahr später die Wintergmeind zustimmte.

Die musste zusätzlich auch einen Kredit über 6,5 Millionen Franken für die Erschliessung des Gebiets genehmigen. Dazu gehört der Kreisel bei der Abzweigung Industriestrasse, der mit dem Bau des Limmattalbahntrassees inzwischen realisiert und von der Limmattalbahn AG finanziert wurde. Zulasten der Gemeinde geht der Ausbau der Müslistrasse für 2,4 Millionen Franken. Im Frühling soll ein Baugesuch aufliegen.