Spreitenbach/Killwangen

Spreitenbach ist für Fusion, Killwangen sieht zu wenig Vorteile

Der Gemeinderat von Spreitenbach sieht keine Argumente gegen eine Fusion, Killwangen dagegen sieht keine für einen Zusammenschluss.

Der Gemeinderat von Spreitenbach sieht keine Argumente gegen eine Fusion, Killwangen dagegen sieht keine für einen Zusammenschluss.

Zwölf Monate lang haben zehn Arbeitsgruppen eine mögliche Fusion der beiden Gemeinden geprüft, nun liegt das Ergebnis vor. Die Resultate der Arbeitsgruppen wie auch die Meinungen der Gemeinderäte gehen auseinander.

Der Schlussbericht zum Fusionsprojekt Killwangen Spreitenbach liegt vor. Am 15. Oktober soll die Bevölkerung informiert werden. Dann sollen die Fachberichte auch inhaltlich vorgestellt werden. Am 1. Dezember sollen die Stimmberechtigten in Killwangen und Spreitenbach an gleichzeitigen Gemeindeversammlungen entscheiden, ob sie einen Zusammenschlussvertrag ausarbeiten wollen.

Dieser Fahrplan wird eingehalten, wie es weitergehen wird, ist aber noch offen: Der Gemeinderat Spreitenbach schlägt seinen Stimmbürgern ein Ja vor, der Gemeinderat Killwangen ein Nein. Er sieht zu wenig Vorteile in einer Fusion. «Beide Gemeinden sind nach dem heutigen Wissensstand überlebensfähig», sagt der Killwanger Vizeammann Walter Hubmann. Sollten die Stimmberechtigten beider Gemeinden für einen Zusammenschlussvertrag und später für einen Zusammenschluss votieren, könnte dieser per 1. Januar 2018 vollzogen werden.

Die Projektleitung des Zusammenschlussgespräche Killwangen Spreitenbach, von links: Werner Scherer Gemeindeammann Killwangen, Sandra Spring Gemeindeschreiberin Killwangen, Markus Leibacher Projektleiter, Yvonne Reichlin Leiterin Gemeindeabteilung Kanton Aargau, Valentin Schmid, Gemeindepräsident Spreitenbach, Jörg Müller Gemeindeschreiber Spreitenbach

Die Projektleitung des Zusammenschlussgespräche Killwangen Spreitenbach, von links: Werner Scherer Gemeindeammann Killwangen, Sandra Spring Gemeindeschreiberin Killwangen, Markus Leibacher Projektleiter, Yvonne Reichlin Leiterin Gemeindeabteilung Kanton Aargau, Valentin Schmid, Gemeindepräsident Spreitenbach, Jörg Müller Gemeindeschreiber Spreitenbach

Gestartet wurde das laufende Projekt im Sommer 2012. Damals beschlossen die Gemeindeversammlungen in Killwangen und Spreitenbach, die Zukunft der Gemeinden unter die Lupe zu nehmen. Untersucht wurden eine Weiterführung der bisherigen Zusammenarbeit, eine intensivere Zusammenarbeit und ein Zusammenschluss.

Empfehlungen nicht eindeutig

Als externer Projektleiter wurde Markus Leimbacher zugezogen. Dann wurden zehn Facharbeitsgruppen mit Mitgliedern aus beiden Gemeinden eingesetzt. Sie hatten bestimmte Themenkreise zu bearbeiten. Deren Berichte sowie ein Schlussbericht der Projektleitung liegen nun vor. «Die Facharbeitsgruppen geben unterschiedliche Empfehlungen ab», sagt Leimbacher. Vier der zehn Arbeitsgruppen befürworten einen Zusammenschluss, je zwei wollen den Status quo beibehalten, sind neutral oder stellen keinen Antrag.

Unter anderem sieht die Facharbeitsgruppe Sicherheit keine Vorteile. Hier sind beide Gemeinden der Regionalpolizei Wettingen Limmattal angeschlossen. Die Feuerwehr ist längst fusioniert. Auch bei der Schule springen, gemäss Fachbericht, keine grossen Vorteile ins Auge. Beide sind daran, neue Schulhäuser zu bauen. Diese brauchen sie mit oder ohne Zusammenschluss.

Neben den sachlichen und fachlichen Argumenten kommt den emotionellen Argumenten ein grösseres Gewicht zu. «Bei uns dürften sie wichtiger sein als in Spreitenbach», sagt der Killwanger Vizeammann Walter Hubmann. «Der Gemeinderat sagt einstimmig Ja zu einem Zusammenschluss», sagt Schmid. Bei seiner Beurteilung werden die sachlichen Argumente in den Vordergrund gestellt.

«Finanziell wird der Kanton den Zusammenschluss mit rund 5,7 Millionen Franken unterstützen», sagt Yvonne Reichlin, Leiterin Gemeindeabteilung des Kantons. Mit mutmasslich 105 Prozent würde der Steuerfuss der neuen Gemeinde gleich hoch bleiben, wie er heute in Killwangen ist.

Die Spreitenbacher müssten eine Erhöhung um vier Prozentpunkte in Kauf nehmen. «Nicht quantifizierbar sind die Kosten für die Behörden», sagt Reichlin. Die Pro-Kopf-Verschuldung dürfte auf 2013 Franken ansteigen und dann wieder sinken. Die Facharbeitsgruppe Finanzen kommt zum Schluss, dass von der Sache her eine Fusion nicht notwendig sei.

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