Bundesprojekt
Spreitenbach schafft eine Teilzeit-Stelle für Hochhausquartier

Bekannt ist die Gemeinde Spreitenbach durch die Einkaufszentren und die im Quartier Langäcker konzentrierte Hochhaussiedlung. Dieses Quartier steht im Zentrum des Projet Urbain.

Dieter Minder
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Oliver Lovisetto vor dem Quartierzentrum Langäcker, in dem sich Cafébar und Bibliothek befinden. Patricia Schoch

Oliver Lovisetto vor dem Quartierzentrum Langäcker, in dem sich Cafébar und Bibliothek befinden. Patricia Schoch

Patricia Schoch

«Die Einwohner sollen vom Projet Urbain profitieren», sagt Oliver Lovisetto. Der Bauverwalter von Spreitenbach ist zugleich Projektleiter des Projet Urbain (PU; siehe Box). Das Schwergewicht liegt, wie in der ersten Projektphase, im Langäckerquartier. Doch künftig sollen auch andere Quartiere von den Aktivitäten profitieren.

Um die Bedeutung des Projet Urbain zu unterstreichen, schafft die Gemeinde für die kommenden 5 Jahre extra eine 50-Prozent-Stelle. «Die Person wird sich primär mit dem Langäckerquartier befassen, soll aber auch für andere Quartiere tätig sein», sagt Lovisetto. Zur Finanzierung hat Spreitenbach 147000 Franken bewilligt. Dazu kommen je 70000 Franken vom Bund und vom Kanton Aargau. In der ersten Projektphase hatte die Gemeinde intensiv mit dem Institut für Raumentwicklung (IRAP) der Hochschule für Technik in Rapperswil und der Hochschule Luzern (HSLU) zusammengearbeitet. «Künftig werden wir beiden Institute nach Bedarf zuziehen», sagt Lovisetto.

Die Teilprojekte

CaféBar (PU 1): Momentan ist dieser Begegnungstreff einmal pro Woche, jeweils am Mittwochnachmittag, offen. «Das ist die Minivariante, wir streben jetzt eine Midi- oder sogar Maxivariante mit weiteren Öffnungszeiten an», sagt Lovisetto. Die aktuelle Cafébar wurde im Rahmen des ersten Projet Urbain entwickelt. Aufgebaut und betrieben wird sie von Freiwilligen, wobei die meisten Quartierbewohner sind. Das Lokal befindet sich im Quartierzentrum Langäcker, im selben Gebäude wie die Bibliothek.

Stockwerkeigentum (PU 2): Ein Teil der Mehrfamilienhäuser gehören Stockwerkeigentümern. Wenn in solchen Liegenschaften Sanierungen oder Änderungen anstehen, ist jeweils die Zustimmung aller erforderlich, um etwas realisieren zu können. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, so Lovisetto: «Es gibt Gebäude mit 40 bis 100 Eigentümern.» Deshalb sollen Lösungsansätze gesucht und ausgearbeitet werden, die flexiblere Lösungen erlauben. So könnte die Öffentlichkeit Investitionen für den Freiraum übernehmen und die Privaten wären dann für den Unterhalt zuständig. Weiter sollen Vorschläge für die Entwicklung des Rechtsrahmens auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene entwickelt werden. In diesem Teilprojekt arbeitet die Gemeinde schwergewichtig mit dem IRAP, der HSLU, der Universität Zürich, dem Bund, dem Kanton Aargau sowie die Gemeinden Ittigen, Uster und Volketswil zusammen.

Freiraumkonzept (PU 3): Als das mit sehr grossen Mehrfamilienhäusern durchsetzte Quartier gebaut wurde, dachten die Planer an eine parkähnliche Landschaft mit Wohnhäusern. Inzwischen sind die meisten Liegenschaften durch Zäune und Hecken getrennt. Das Projekt Freiraumkonzept soll an die ursprüngliche Idee anknüpfen. Auch dies kann nur dann realisiert werden, wenn die Eigentümer zustimmen.

Vision Langäcker 2030 (PU 4): «Diese Vision wollen wir mit Eigentümern und Bewohnern entwickeln», betont Lovisetto. Im Fokus steht die Limmattalbahn, die das Quartier tangieren wird. Damit dürften auch die Fussgängerströme ändern. Sie sind heute auf die Buslinien auf der Bahnhofstrasse ausgerichtet.

Langsamverkehr (PU 5): Ziel dieses Teilprojektes ist es, eine Gesamtidee für den Fussgänger- und Veloverkehr zu entwickeln.

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