Die Zürcherstrasse verbindet Neuenhof mit dem Limmattal. Gleichzeitig ist sie die Verknüpfung zur A1 in Richtung Zürich und Bern/Basel – der mit Abstand meistgenutzten Autobahn der Schweiz.

Pro Tag werden beim Abschnitt Neuenhof rund 130 000 Fahrzeuge gezählt. Dort, wo bei der Zürcherstrasse viele Fahrer den Weg auf das nationale Strassennetz wählen, hat es im vergangenen Jahr Veränderungen gegeben: Im April 2017 ist die Autobahneinfahrt neu gestaltet worden.

Die Markierungen der Fahrspuren wurden verändert, seitdem herrscht eine neue Verkehrsführung. Autofahrer, die von Baden her in Richtung Neuenhof unterwegs sind, haben nur noch eine Fahrbahn zur Verfügung.

Vor der Änderung waren es zwei Spuren, von denen die linke direkt auf die Autobahn führte. Aus der vorherigen Einspurstrecke für Automobilisten, die von der Schwimmbadstrasse kommend auf die A1 auffahren wollen (Kurve unter der Autobahn), ist eine eigene Fahrbahn geworden.

«Situation hat sich verschlechtert»

Das bedeutet auch: Fahrer aus Richtung Baden müssen neu die Spur wechseln, um auf die Autobahn zu kommen. Nun sind rund zehn Monate seit der Sanierung vergangen, und nicht jeder scheint sich an die neue Verkehrsführung gewöhnt zu haben. Ein Leser meldete sich bei dieser Zeitung und schrieb: «Die Situation hat sich erheblich verschlechtert, seitdem die Spuren verengt wurden.»

Fahrer aus Richtung Baden könnten nicht recht auf die Autobahn einspuren, heisst es weiter. Schuld daran seien Autos, die auf der Spur in Richtung Autobahn unterwegs seien und nach Neuenhof oder Wettingen wollten. «Sie spuren oftmals direkt nach der Kurve ein.» Ein Stau sei die Folge, der «teilweise so arg ist, dass man meistens bis weit nach der Webermühle anstehen muss.»

Auch zu heiklen Situationen sei es gekommen, heisst es. «Bei der Einfahrt ist es extrem gefährlich geworden und während des Spurwechsels ist es mehrmals vorgekommen, dass ein anderes Auto fast in mich reingefahren ist, als es direkt auf die Spur nach Neuenhof wechseln wollte.» Die neue Verkehrssituation schade mehr, als dass sie helfe, findet der Leser, der sein Schreiben mit folgenden Worten abschliesst: «Ich möchte die alte Verkehrsführung zurückhaben.»

«Neue Verkehrsführung ist besser»

Kurt Grauwiler, Leiter Verkehrstechnik beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, bestätigt auf Anfrage, dass es in den ersten Wochen nach der Sanierung Stauprobleme gegeben habe. Dies habe aber nicht an den Markierungsänderungen gelegen, sondern an der Lichtsignalanlage, bei der es regelmässig zu Störungen kam.

In dieser Phase seien einige Rückmeldungen von Autofahrern eingegangen, in denen sie sich über das Stauvorkommen beschwert hätten. «Die Störungen konnten jedoch nach kurzer Zeit wieder behoben werden», sagt Grauwiler. Seither habe man bei der Verkehrstechnik des Kantons Aargau keine Reaktionen mehr erhalten – weder zum Stau, noch zu Beinaheunfällen: «Zu gefährlichen Situationen ist es unseres Wissens nie gekommen.»

Weshalb hat man die Markierungen der Fahrspuren verändert? Die Sanierungsarbeiten stünden im Zusammenhang mit dem übergeordneten Verkehrsmanagement der Region Baden-Wettingen, erklärt Grauwiler. «Die Attraktivität der Verkehrsachse von der Umfahrung Ennetbaden über die Schwimmbadstrasse zur A1 sollte verbessert werden, indem Autofahrer ohne Spurwechsel auf die Autobahn einfahren können.» Zuvor seien aus Richtung Zürich von der Autobahn her nach Neuenhof oder Wettingen immer zwei Spurwechsel notwendig gewesen.

Grauwiler ist deshalb überzeugt, dass die neu markierte Verkehrsführung besser ist. «Nun müssen alle Verkehrsteilnehmer noch höchstens einen Spurwechsel vornehmen.» Der Leiter der Verkehrstechnik zeigt jedoch auch Verständnis dafür, dass nicht jeder die Markierungsänderungen begrüsst: «Das liegt in der Natur der Sache. Einige betrachten die neue Situation als Erschwernis, während sie für andere eine wesentliche Erleichterung darstellt.»