Im Juni soll es endlich soweit sein. Dann starten im Langäckerquartier in Wettingen die Bauarbeiten für das Alterszentrum St. Bernhard. Noch bis kommende Woche liegt das finale Baugesuch bei der Bauverwaltung auf.

«Wir gehen nicht davon aus, dass es noch Einwendungen geben wird», sagt Bernadette Flückiger, Geschäftsleiterin der St. Bernhard AG. Zum einen lag im Herbst die Voreingabe des Baugesuchs auf – und ist bewilligt.

«Zum andern hatten wir davor zahlreiche Gespräche mit Anwohnern geführt und angepasst, was wir anpassen konnten.» So wurden die drei ineinandergreifenden Baukörper mit je einem Innenhof redimensioniert.

Ursprünglich waren vier bis fünf Geschosse geplant. Im finalen Bauprojekt, das von der Masswerk Architekten AG entworfen wurde, sind es zwei bis vier Geschosse. Rund 180 Bewohner kann das neue Alterszentrum in den 45 Wohnungen und 123 Zimmern aufnehmen.

Mit dem aktuellen Baugesuch gibt es auch erstmals Visualisierungen vom künftigen Alterszentrum. So zeigt das Bild oben nebst den drei Gebäudetrakten und der Cafeteria in der Bildmitte auch den Rundweg für die Bewohner, der um das Alterszentrum herumführen wird.

«Am Rundweg gibt es zahlreiche Sitzgelegenheiten», sagt Flückiger und fügt an: «Die Grünflächen erfüllen mehrere Funktionen. Hochstämmer und Lorbeerhecken dienen als Sichtschutz und gewährleisten zwischen den Bewohnern und der Nachbarschaft eine gewisse Privatsphäre.»

Zudem würden die Pflanzen so ausgesucht, dass sie mit ihren Blütephasen die Jahreszeiten gut erkennen liessen. Dies sei für die Bewohner wichtig. «Wir planen auch Kräuterbeete ein, an denen unsere Bewohner mitgärtnern können.»

Restaurant für jeden

Zwar werden Details beim Innenausbau und dessen Gestaltung noch geplant. Doch klar ist: Die Küche wird reichlich Kapazität haben. Auf diese Weise steht das Restaurant unter anderem für Einwohner der benachbarten Alterswohnungen in der neuen Überbauung Sulperg 2 offen.

Gleichzeitig können die Mahlzeiten für die Spitex zubereitet werden. «Das Restaurant wird öffentlich sein, womit auch Arbeiter aus der Nähe zum Mittagessen vorbei kommen können», sagt Flückiger.

Und sollte Bedarf bestehen, kann das St. Bernhard Mahlzeiten für einen Mittagstisch für die Schule organisieren. «Um alle Ansprüche zu erfüllen, werden wir im Restaurant verschiedene Menus anbieten.»

Durch die erwähnten Anpassungen hat sich der Baustart um rund ein Jahr verschoben. Doch inzwischen ist auch der Baurechtsvertrag mit der Gemeinde unterzeichnet.

Als der Einwohnerrat dem Vertragswerk im vergangenen Herbst zustimmen sollte, meldete sich Anwohner Daniel N. Surber mit einem Schreiben an die Volksvertreter, der Neubau sei unter anderem zu gross und zu risikobehaftet für die Gemeinde.

Doch für das Gemeindeparlament gab es diesbezüglich keine Zweifel. Seien doch im Baurechtsvertrag alle eventuellen Risiken berücksichtigt und ausgeräumt worden. Die Gemeinde stellt der St. Bernhard AG das Land für jährlich 157 500 Franken zu Verfügung. Die Zahlungen werden ab 2020 fällig; in jenem Sommer sollen auch die Bewohner um- respektive einziehen.

Die heutige Liegenschaft am Herrenberg wird verkauft. Das Geld in den rund 65 Millionen Franken teuren Neubau investiert.

«Die 110-jährige Geschichte des alten St. Bernhard werden wir aber mitnehmen», sagt Flückiger. Sie erarbeitet momentan ein Konzept, wie das alte St. Bernhard mit seiner Geschichte im Neubau erlebbar bleibt.