Baden

Stadionverbote wirken: Ultra-Fans werden weniger und sind ruhiger

Die Fans, die sogenannten Badener Jungs, stehen mit ihren selbst gebastelten Fahnen immer hinter dem Tor.AEB

Die Fans, die sogenannten Badener Jungs, stehen mit ihren selbst gebastelten Fahnen immer hinter dem Tor.AEB

Sie sind treu und teilen ihre Verbundenheit mit dem Fussball und der Stadt: die Fans des FC Baden. Doch seit Stadionverbote ausgesprochen werden, wirkt das auf die Fans, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen.

«Wüste Ausschreitungen: Fans des FC Baden randalieren in Solothurn» titelte die Aargauer Zeitung damals. Es wurde von verhafteten FC-Baden-Fans, Prügeleien und Sachbeschädigungen berichtet. Seither ist es ruhiger um diese Fans geworden.

Stadionverbote zeigten Wirkung

Die «Badener Jungs» bezeichnen sich als Ultra-Fans und stehen an Spielen jeweils hinter dem Tor. Zu Spitzenzeiten zählten sie 50 Anhänger, heute sind es aufgrund strikter Richtlinien etwa halb so viel. Rudi De Fina ist Sicherheitschef des FC Baden und steht mit diesem Fanklub in Kontakt. Er achtet darauf, dass die Richtlinien eingehalten werden, wie etwa das Verbot von Pyros.

Eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die während der Spiele für Ordnung schaut, unterstützt De Fina. Das funktioniere gut. «Mit dem Sicherheitspersonal versuchen wir, die Fans, die sich nicht an die Richtlinien halten, auszusortieren», sagt er. Denn Sicherheitsleute können mit Stadionverboten drohen. De Fina meint aber: «Nur wenn gegnerische Fans hinzukommen, könnten wenige unserer Fans Probleme machen.»

In diesen Stadionverboten sieht Stefan Brand, Fan bei den «Badener Jungs» und Fanarbeiter, auch einen Grund, dass die Fans ruhiger geworden sind: «Weil einige wenige Stadionverbote bekommen haben, sind wir weniger Leute», sagt er. Wenn deren Kollegen dann auch nicht mehr kommen, schrumpft die Gruppe noch mehr.

Die «Badener Jungs» entstanden durch junge Badener, die zusammen eine Fankurve aufbauten, die es vorher so nicht gab. «Das ist das Spezielle», sagt Brand. Weil diese Art von Fans neu war, waren Vorstand und andere Fans skeptisch gegenüber den Jungen, die «ihre Emotionen deutlich zeigen».

Negative Schlagzeilen schrecken ab

Vor allem Pyro-Fackeln machten dem Vorstand von Anfang an Mühe. «Der FC Baden wird jedes Mal gebüsst, wenn eine Fackel gezündet wird», betont De Fina. Das könne sich der kleine Klub nicht leisten. «Zudem schrecken negative Schlagzeilen Sponsoren ab». Brand will das Thema Fackeln nicht verharmlosen. Für einige würden sie einfach dazugehören. «Wir haben uns darauf geeinigt, dass die, die Fackeln zünden wollen, dies bedacht und nur an bestimmten Spielen tun.»

Er kann sich erklären, warum Ultra-Fans in Baden für negatives Aufsehen gesorgt haben: Die «Badener Jungs» seien in der Zeit entstanden als Fussballfans und Stadionverbote national die Gemüter erhitzten. Für den 1.-Liga-Klub FC Baden waren Ultra-Fans mit Fahnen und Fackeln neu.

Brand und De Fina sind sich einig: Obwohl manche Fans für negative Schlagzeilen sorgten, haben sie keinen schlechten Ruf. Sie seien berühmt-berüchtigt und kommen bei gegnerischen Fussballklubs mal gut, mal weniger gut an. «Die sind aber oft erstaunt, dass ein 1.-Liga-Klub mit Fans wie uns auftaucht», sagt Brand. Denn ob Test-, Cup- oder Meisterschaftsspiel, ob auswärts oder im Esp: Eine kleine Gruppe Badener Fans ist immer dabei.

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