Baden
Stadionverbote wirken: Ultra-Fans werden weniger und sind ruhiger

Sie sind treu und teilen ihre Verbundenheit mit dem Fussball und der Stadt: die Fans des FC Baden. Doch seit Stadionverbote ausgesprochen werden, wirkt das auf die Fans, die immer wieder für Schlagzeilen sorgen.

Andrea Ebneter
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Die Fans, die sogenannten Badener Jungs, stehen mit ihren selbst gebastelten Fahnen immer hinter dem Tor.AEB

Die Fans, die sogenannten Badener Jungs, stehen mit ihren selbst gebastelten Fahnen immer hinter dem Tor.AEB

«Wüste Ausschreitungen: Fans des FC Baden randalieren in Solothurn» titelte die Aargauer Zeitung damals. Es wurde von verhafteten FC-Baden-Fans, Prügeleien und Sachbeschädigungen berichtet. Seither ist es ruhiger um diese Fans geworden.

Fanklub Seelefrede: «wir sind weniger verbissene Fans»

Rund um den FC Baden gibt es drei Fanklubs: «Dick und Durstig», «Seelefrede» und die sogenannten Badener Jungs. Einige Fans wollen sich nicht exponieren, sondern unter sich bleiben. Mitglieder des Fanklubs «Dick und Durstig» wollten sich auf Anfrage nicht äussern. Anders der Fanklub Seelefrede: «Nachdem der FC Baden 2006 in die 1. Liga abgestiegen ist, gründeten wir unseren Fanklub nach dem Motto: Jetzt braucht uns der FC Baden erst recht!», sagt Simon Balissat, Gründungs- und Vorstandsmitglied. Die Leute von «Seelefrede» sammeln sich immer gegenüber der Tribüne auf der Höhe der Mittellinie.

Auch die «Badener Jungs» standen in ihrer Anfangszeit dort. «Einige unserer Mitglieder hat es dann gestört, dass neben uns Knallkörper abgelassen wurden.» Auch hätten sie nicht gewollt, dass bei Ausschreitungen alle in den gleichen Topf geworfen würden, so Balissat. Die «Badener Jungs» zog es dann auf die Stehplätze hinter dem Tor. Der «Seelefrede» nutzt die Heimspiele vor allem als Treffpunkt für die Gruppe. Eine friedliche Gruppe zwischen 10 und 30 Personen, die sich mit den anderen Fans versteht. «Ich würde uns im Unterschied zu den ‹Badener Jungs› als weniger verbissene Fans bezeichnen», sagt Balissat. Dass Knallkörper gezündet werden, unterstütze er nicht: «Das schadet nur dem Klub.»Unter den Fangruppen gälte aber «leben und leben lassen». (AEB)

Stadionverbote zeigten Wirkung

Die «Badener Jungs» bezeichnen sich als Ultra-Fans und stehen an Spielen jeweils hinter dem Tor. Zu Spitzenzeiten zählten sie 50 Anhänger, heute sind es aufgrund strikter Richtlinien etwa halb so viel. Rudi De Fina ist Sicherheitschef des FC Baden und steht mit diesem Fanklub in Kontakt. Er achtet darauf, dass die Richtlinien eingehalten werden, wie etwa das Verbot von Pyros.

Eine Gruppe von Sicherheitsleuten, die während der Spiele für Ordnung schaut, unterstützt De Fina. Das funktioniere gut. «Mit dem Sicherheitspersonal versuchen wir, die Fans, die sich nicht an die Richtlinien halten, auszusortieren», sagt er. Denn Sicherheitsleute können mit Stadionverboten drohen. De Fina meint aber: «Nur wenn gegnerische Fans hinzukommen, könnten wenige unserer Fans Probleme machen.»

In diesen Stadionverboten sieht Stefan Brand, Fan bei den «Badener Jungs» und Fanarbeiter, auch einen Grund, dass die Fans ruhiger geworden sind: «Weil einige wenige Stadionverbote bekommen haben, sind wir weniger Leute», sagt er. Wenn deren Kollegen dann auch nicht mehr kommen, schrumpft die Gruppe noch mehr.

Die «Badener Jungs» entstanden durch junge Badener, die zusammen eine Fankurve aufbauten, die es vorher so nicht gab. «Das ist das Spezielle», sagt Brand. Weil diese Art von Fans neu war, waren Vorstand und andere Fans skeptisch gegenüber den Jungen, die «ihre Emotionen deutlich zeigen».

Negative Schlagzeilen schrecken ab

Vor allem Pyro-Fackeln machten dem Vorstand von Anfang an Mühe. «Der FC Baden wird jedes Mal gebüsst, wenn eine Fackel gezündet wird», betont De Fina. Das könne sich der kleine Klub nicht leisten. «Zudem schrecken negative Schlagzeilen Sponsoren ab». Brand will das Thema Fackeln nicht verharmlosen. Für einige würden sie einfach dazugehören. «Wir haben uns darauf geeinigt, dass die, die Fackeln zünden wollen, dies bedacht und nur an bestimmten Spielen tun.»

Er kann sich erklären, warum Ultra-Fans in Baden für negatives Aufsehen gesorgt haben: Die «Badener Jungs» seien in der Zeit entstanden als Fussballfans und Stadionverbote national die Gemüter erhitzten. Für den 1.-Liga-Klub FC Baden waren Ultra-Fans mit Fahnen und Fackeln neu.

Brand und De Fina sind sich einig: Obwohl manche Fans für negative Schlagzeilen sorgten, haben sie keinen schlechten Ruf. Sie seien berühmt-berüchtigt und kommen bei gegnerischen Fussballklubs mal gut, mal weniger gut an. «Die sind aber oft erstaunt, dass ein 1.-Liga-Klub mit Fans wie uns auftaucht», sagt Brand. Denn ob Test-, Cup- oder Meisterschaftsspiel, ob auswärts oder im Esp: Eine kleine Gruppe Badener Fans ist immer dabei.

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