Kommentar
Stadt Baden: Das sind absurd hohe Parkgebühren – obwohl viele auf ein Auto angewiesen sind

1200 Franken soll eine Parkkarte jährlich bald kosten. Der Badener Stadtrat will hohe Gebühren verlangen und das Auto sogar aus der Stadt verschwinden lassen. Dabei sind viele Leute auf ein Auto angewiesen – zum Beispiel in Aussenquartieren. Ein Kommentar.

Pirmin Kramer
Pirmin Kramer
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Die Parkgebühren in der Stadt Baden sollen auch in Aussenquartieren steigen.

Die Parkgebühren in der Stadt Baden sollen auch in Aussenquartieren steigen.

Philipp Zimmermann

Der Badener Stadtrat will die Park gebühren so massiv erhöhen, dass es sogar der SP zu weit geht. Bis zu 1200 Franken soll eine Jahresparkkarte für Bewohner der Stadt kosten. Und das nicht etwa im Zentrum, sondern in Aussenquartieren. Dazu kommt, dass auch mit der Parkkarte kein Platz garantiert ist. Zum Vergleich: Die Städte Zürich oder Aarau verlangen lediglich 300 Franken für eine Jahreskarte in der blauen Zone, also auf öffentlichem Grund.

Der Stadtrat hat sich noch nicht dazu geäussert, wie er auf die Idee gekommen ist, diese absurd hohen Gebühren vorzuschlagen. Das Signal aber ist klar: Der Anreiz, in der Stadt zu wohnen und ein Auto zu besitzen, soll sinken. Oder noch deutlicher formuliert: Das Auto soll lieber früher als später aus der Stadt verschwinden.

Bisher wurden die Vorschläge des CVP-Sicherheitsvorstehers Matthias Gotter von einer Mehrheit der Bevölkerung in Baden mitgetragen. Trotz aller Polemik können die meisten beispielsweise mit dem Blitzer bei der Gstühl-Kreuzung leben. Denn wer sich an die Verkehrsregeln hält, wird nicht zur Kasse gebeten.

Die hohen Parkgebühren werden nun aber nicht goutiert, wie Reaktionen der Parteien zeigen. Denn sie zielen direkt auf die Einwohner der Stadt ab. Teile der Bevölkerung wären praktisch gezwungen, die hohen Tarife zu bezahlen. Gerade in den Aussenquartieren sind viele auf ein Auto angewiesen – nicht immer fährt ein Bus.

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