Die Finanzkommission hatte sich gegen die stadträtliche Vorlage für ein neues Geschichtswerk der Stadt Baden ausgesprochen. An der Sitzung stellte Reto Caprez, Präsident der Kommission, ein Geschichtswerk als solches nicht in Abrede. Doch man stellte insbesondere die Notwendigkeit im jetzigen Zeitpunkt in Zweifel und war gegenüber dem Begehren, wie es vorlag, sehr kritisch.

Das Begehren des Stadtrates stützte sich auf das Postulat, das Niklaus Stöckli (SP) im März dieses Jahres eingereicht hatte. Eile war geboten, weil das Werk bis zum Jubiläum 600 Jahre Tagsatzungsort Baden im Jahr 2015 vorlegen sollte. Stöckli stellte sich gleich in den harten Gegenwind und wies darauf hin, wie es für die historisch bedeutendste Aargauer Stadt angemessen wäre, 50 Jahre nach der letzten und immer noch aktuellen Aufarbeitung der Stadtgeschichte ein neues Werk zu schaffen. Stöckli erwähnte auch, welche wichtigen und prägenden Ereignisse seit 1962 zurzeit nirgends nachgelesen werden können. Isabelle Stieger (CVP) erachtete den Zeitpunkt als verfrüht und wollte zuerst die Eröffnung des neuen Thermalbades abgewartet haben. Lukas Breunig (FDP) kritisiert die Vorlage und zweifelte auch am Mehrnutzen eines neuen Werkes.

Sander Mallien wünschte Namens der GLP, dass die Geschichte im Internet dargestellt werden solle, allenfalls modular und etappiert, was Mark Füllemann (FDP) ebenfalls unterstützte. „Nicht als Buch sondern mit modernem Medium" wünschte sich Peter Conrad (CVP) ein Geschichtswerk, wofür jedoch der Zeitpunkt korrigiert werden solle. Gar kein Musikgehör für eine Geschichtswerk hatte Serge Demuth als Sprecher der SVP.

Stadträtin Daniela Berger versuchte die kritischen Punkte zu entkräften und erwähnte, dass bereits Stiftungen und Private angegangen worden seien, damit die Kosten niedriger gehalten würden. Letztlich war es dann der Appell von Erich Obrist (SP), ein Werk zu ermöglichen, in dem endlich auch die neuere Geschichte der Stadt Baden recherchiert werden könnte.

An der gestrigen Sitzung behandelte der Einwohnerrat auch das neue Reglement über die Anstellung des Stadtammann sowie die Entschädigungen von Ammann und Stadtratsmitgliedern. Die beträchtliche Erhöhung fand zwar auf bürgerlicher Seite einige Kritiker. Insbesondere erachtete man den Zeitpunkt als falsch. Am längsten diskutierte Rat über die Nebenbeschäftigungen des Stadtammanns bzw. deren Einschränkung, wie sie die GLP verlangt hatte. Diese blieb jedoch mit ihrem Begehren alleine. Die Mehrheit war klar der Ansicht, dass es wichtig sei, wenn der Stadtammann die Interessen der Stadt in überregionalen Gremien, also auch im National- oder Ständerats vertreten könne.

Einstimmig stellte sich der Einwohnerrat hinter die Testplanung und den Kostenbeitrag der Stadt von maximal 100‘000 Franken, die eine bessere Nutzung des Areals der Brauerei Müller AG ermöglichen soll.

Wenig zu diskutieren gaben die Produktebudgets 2013 der Verwaltungsabteilungen sowie der Voranschlag 2013. Der Einwohnerrat sagte einstimmig ja und genehmigte damit auch ein Investitionsvolumen von gut 50 Millionen Franken.