Nach Jahren der Planung und diversen Verzögerungen kommt der Projektierungs- und Baukredit in der Höhe von 33,652 Millionen Franken am 13. November vor den Einwohnerrat.

Auch wenn die Legislative über diesen Betrag zu befinden hat, geht die Stadt Baden davon aus, dass sie am Ende weniger als 19 Mio. Franken zu stemmen hat. Dies, weil der Kanton vor einem Monat 11 Mio. Franken für das Projekt gesprochen hat und weitere Beiträge in Höhe von 4 Mio. Franken von den Baden-Regio-Gemeinden und von der Theaterstiftung zu erwarten wird. Die verbleibenden 19,5 Mio. Franken dürften sich dann noch um den Beitrag aus Wettingen reduzieren. Wie hoch dieser ausfällt, steht erst fest, wenn das neue Tägi-Projekt definiert ist.

Sitzabstand soll gleich bleiben

Wie gross sich das neu Kurtheater dereinst präsentieren könnte, kann heute schon anhand der Baugespanne erahnt werden. Diese wurden im Rahmen des Vorentscheidverfahrens (az vom 21. August) aufgestellt. «Mit diesem wollten wir Klarheit über das geplante Volumen erhalten», sagt Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider. Es seien rund sechs Einsprachen privater Anwohner eingegangen. «Diese werden aber erst nach der Einwohnerratssitzung behandelt, wenn wir Klarheit über das weitere Vorgehen haben», erklärt Schneider.

Und das sind die wichtigsten Änderungen des überarbeiteten Projekts «Equilibre»: Anders als beim ursprünglichen Projekt sind die Foyers getrennt. Dies wurde nötig, nachdem die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EDK) den Schutz für das Sachs-Foyer propagierte. Dafür wird das Bölsterli-Foyer fast um seine heutige Länge entlang der Parkstrasse verlängert. Auf der Rückseite sollen künftig alle für den Theaterbetrieb notwendigen Nutzungen wie Verwaltung, Probebühne und Technikbereich zusammengefasst werden. Neu soll auch eine Hinterbühne für die Anlieferung gebaut werden. «Im Gegenzug wird der Kurpark mehr Fläche erhalten, indem wir den Proberaum zur Römerstrasse hin abreissen», sagt Markus Schneider.

Im Innern des Theatersaals werde sich hingegen nichts ändern. Insbesondere soll auf eine Vergrösserung der Sitzreihenabstände zugunsten erhöhter Beinfreiheit verzichtet werden. Erstens hätte eine Vergrösserung Kosten von 820000 Franken bzw. Mindereinnahmen von 20000 Franken zur Folge. Zweitens liege der Sitzreihenabstand mit bis 88 Zentimetern im schweizerischen Durchschnitt, heisst es in der Vorlage.

Eröffnung im Herbst 2016

Bauherrin des Umbaus ist die Theaterstiftung, die das Theater betreibt. Die Stadt Baden übernimmt als Totalunternehmerin die Verantwortung für die weiteren Planungs- und Bauarbeiten. In den 33,65 Mio. Franken sind sowohl der Projektierungs- wie auch der Baukredit enthalten. «Das Projekt weist einen solch hohen Detaillierungsgrad auf, dass es keinen Sinn gemacht hätte, dem Einwohnerrat wie üblich zwei separate Kredite vorzulegen», erklärt Stadtmann Stephan Attiger. Insbesondere wolle man nicht das Risiko eingehen, dass der Einwohnerrat einen Projektierungskredit in Millionenhöhe genehmige, das Volk später dann aber den Baukredit bachab schicke.

Gibt der Einwohnerrat am 13. November grünes Licht kommt es am 3. März zur Volksabstimmung. Attiger zeigt sich optimistisch: «Mit seiner Zentrumsfunktion trägt Baden viele Lasten, profitiert aber auch davon.» So strahle das Kurtheater weit über die Region hinaus. «Und nicht zuletzt stehen die Gesamtkosten und der Anteil der Stadt Baden in einem guten Verhältnis», so Attiger.

Läuft alles nach Plan, könnte mit den Bauarbeiten im zweiten Quartal 2015 begonnen werden. Das erweiterte und sanierte Kurtheater würde dann auf die Eröffnung der Theatersaison im Herbst 2016 eröffnet.

Einwohnerratssitzung: 13. November,
19 Uhr in der Pfaffechappe.