Baden

Stadt tritt bei der Seilbahn ins Bäderquartier auf die Bremse – und bringt eine neue Idee ins Spiel

Eine Gondelbahn durch Baden: Diese Idee verfolgt der Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe.

Eine Gondelbahn durch Baden: Diese Idee verfolgt der Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe.

Für eine Gondelbahn vom Bahnhof zum Thermalbad gibt es vom Stadtrat keine finanzielle Unterstützung. Stattdessen wird eine neue Transportidee thematisiert.

Eine Seilbahn vom Bahnhof Baden zum «Fortyseven», dem neuen Thermalbad? Stefan Kalt, Direktor der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen, verfolgt die Idee seit Jahren ernsthaft. «Das Projekt ist längst keine Furz-Idee mehr.» Die Gondelbahn soll dazu beitragen, Hunderttausende Badegäste pro Jahr schnell zum Bad zu bringen. Zu den Befürwortern der Idee gehört, zumindest auf Facebook, auch der Aargauer Regierungsrat Stephan Attiger (FDP). Kalt hat bereits einen Vorschlag ausarbeiten lassen, von der Firma Caraventa. Rund 20 Millionen Franken kostet die Seilbahn vor­aussichtlich.

Unterstützung erhält Kalt von Karim Twerenbold, Einwohnerrat der CVP und Verwaltungsratspräsident der Twerenbold-Reisen-Gruppe in Baden-Rütihof. Twerenbold reichte beim Badener Stadtrat einen Vorstoss ein, forderte diesen zur Unterstützung auf: «Das Projekt könnte eine starke Ausstrahlungskraft haben und Baden als innovative Stadt positionieren.»

Doch die Stadt verzichtet auf einen aktiven Part und überlässt weitere Abklärungen den Initianten, wie nun bekannt wird. Seit dieser Woche liegt die Antwort des Stadtrats auf die Anfrage von Twerenbold vor. «Rein ideell unterstützen wir das ambitionierte Projekt. Es ist im langfristigen Finanzplan, aber keine finanzielle Unterstützung des Projekts vorgesehen.»

Planung und Umsetzung einer Seilbahn müssten durch eine private Trägerschaft erfolgen, hält die Stadtregierung fest. Der Ansatz sei spannend, das Engagement der Initianten lobenswert, und die Erschliessung der Bäder würde durch die Seilbahn wesentlich gestärkt. Doch der Stadtrat zweifelt an der Bewilligungsfähigkeit des Vorhabens, wegen des Ortsbild- und Denkmalschutzes.

Alternative selbstfahrende Busse?

«Die Seilbahn würde an verschiedenen denkmalgeschützten Bauten vorbeiführen, zum Beispiel an Synagoge und Kurtheater.» Ausserdem wären eine Umweltverträglichkeitsprüfung und vermutlich eine Anpassung des kantonalen Richtplans erforderlich. «Ein Eingriff würde sich nur rechtfertigen, wenn ein effektiver Bedarf für eine Seilbahn und ein überwiegend öffentliches Interesse ausgewiesen werden könnten», so der Stadtrat.

Er bringt aber eine neue Idee zur besseren Erschliessung des Bäderquartiers ins Spiel: «Nach unserer Ansicht wären auch Alternativen zu prüfen, zum Beispiel selbstfahrende Busse, die sowohl vom Bahnhof als auch von einem Parkhaus aus verkehren könnten.»

Initiant Stefan Kalt: «Es war damit zu rechnen, dass sich die Stadt Baden finanziell nicht beteiligen will. Überrascht bin ich, dass die Seilbahn ein Problem für denkmalgeschützte Bauten sein soll. Die Gebäude bleiben ja stehen.» Wenig hält der Busdirektor vom Vorschlag der Stadt, auf selbstfahrende Busse zu setzen: «Diese lösen das Problem nicht, das darin besteht, dass das Bad via Strasse schwierig zu erreichen ist.»

Historische Fotos des Bäderquartiers:

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