Die Spannung war für die beiden Kandidaten kaum auszuhalten. Markus Schneider und Bernhard Schmid sassen gemeinsam an einem Tisch im Restaurant Roter Turm, während die CVP-Basis im Untergeschoss eine Stunde lang hinter verschlossenen Türen diskutierte, wer von beiden ins Rennen um das Stadtammann-Amt geschickt werden soll.

52 zu 21 Stimmen 
Kurz vor 22 Uhr durften die Konkurrenten den Raum wieder betreten, und es wurde eine geheime Wahl durchgeführt, ehe Parteipräsident Simon Binder das Resultat verkündete: Markus Schneider erhielt 52, Bernhard Schmid 21 Stimmen. Der nun offizielle Stadtammann-Kandidat bedankte sich: «Ich werde mir alle Mühe geben, euer Vertrauen nicht zu enttäuschen. Ich bin überzeugt, dass wir unser grosses Ziel erreichen können.» Am 24. September tritt Schneider gegen Geri Müller (Team) und Erich Obrist (Parteilos) an.

Schneider: "Werde Vertrauen wiederherstellen"
Zu Beginn der Nominationsversammlung hatten beide CVP-Kandidaten je zehn Minuten Redezeit erhalten, um noch ein letztes Mal für sich zu werben. Schneider hob seine langjährige Erfahrung in der Badener Stadtpolitik hervor; er sei schon über 20 Jahre mit dabei, erst als Einwohnerrat, danach als Stadtrat und nun als Vizeammann. In seiner Verantwortung lägen diverse Badener Grossprojekte wie die Bäder, der Schulhausplatz und die Schulraumplanung. Er wolle als Stadtammann den Wirtschaftsstandort stärken, erklärte er. Ein besonderes Augenmerk wolle er auf die Finanzen legen, die sich nicht so entwickelt hätten, wie er es sich wünsche. «Wir müssen in der Verwaltung kundenoriente, schlanke Strukturen schaffen, wobei auch ein Stellenabbau und Neubesetzungen kein Tabu sein dürfen.» Er bezeichnete sich selber als umsichtig und besonnen. «Ich werde es schaffen, das Vertrauen der Bevölkerung und der umliegenden Gemeinden wieder herzustellen.»

Schmid: "Werde nicht als wilder Kandidat antreten"

Bernhard Schmid versuchte mit einem selbstbewussten Auftritt zu punkten. «Aus drei Gründen sollten Sie mich nominieren», sagte er zu den CVP-Mitgliedern: «Erstens habe ich grosse Lust, Stadtammann zu werden. Zweitens habe ich die Fähigkeiten, dieses Amt auszuüben. Und drittens habe ich gute Wahlchancen.»
Als seine Niederlage feststand, zeigte er sich als fairer Verlierer, er gratulierte Schneider und erklärte: «Meine Stimme hast Du auf sicher.» Bereits im Vorfeld hatte er gegenüber der Parteileitung versprochen, er werde nicht als wilder Kandidat ins Rennen steigen.