Baden
Stadtammann-Wahl: FDP lässt Schneider zappeln

Stadtammann-Wahl in Baden: Die CVP setzt auf Markus Schneider. Wie gross ist sein Support ausserhalb der Partei?

Pirmin Kramer und Martin Rupf
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Markus Schneider kandidiert für das Amt des Badener Stadtammanns.

Markus Schneider kandidiert für das Amt des Badener Stadtammanns.

Emanuel Per Freudiger

Markus Schneider ist seit Donnerstagabend Stadtammann-Kandidat der CVP, er setzte sich parteiintern gegen Bernhard Schmid durch. Klar ist: Will er bei den Wahlen im Herbst den amtierenden Stadtammann Geri Müller vom Thron verdrängen und auch Erich Obrist hinter sich lassen, so benötigt er Support weit über die Parteigrenzen hinaus; er muss vor allem das Wählerfeld von Mitte bis rechts für sich gewinnen.

Das sieht auch CVP-Präsident Simon Binder so: «Sicher ist, unser Kandidat braucht einen starken bürgerlichen Support. Wir werden viele Gespräche führen und mit einem engagierten Wahlkampf versuchen, die Wählerinnen und Wähler für Markus Schneider zu gewinnen. Ich bin überzeugt, dass uns dies gelingen wird.»

Es ist kein Geheimnis: Im Vorfeld der Nomination hätten sich gerade bei der FDP viele Mitglieder anstelle von Schneider, der schon vor vier Jahren Geri Müller unterlag, lieber den unverbrauchten Bernhard Schmid gewünscht. Das FDP-Präsidium teilte dem CVP-Vorstand den Wunsch der Mehrheit der Mitglieder mit. Schmid unterliess es bei der Nominationsversammlung denn auch nicht, darauf hinzuweisen: «Ich habe gute Wahlchancen, weil ich Unterstützung über die Parteigrenzen hinaus geniesse.»

Hat die CVP aufs falsche Pferd gesetzt? Parteipräsident Simon Binder will davon nichts wissen. Die CVP habe eine historische und realistischen Chance, nach Sepp Bürge (1985-2006) zum zweiten Mal einen Stadtammann stellen zu können und dieses wichtige Amt damit wieder mit einem bürgerlichen Kandidaten aus der politischen Mitte besetzen zu können. Es sei zwar in der Tat so, dass auch Bernhard Schmid ausserhalb der Partei Support genossen habe, zum Beispiel bei der FDP. «Es gibt aber Anzeichen dafür, dass einige Leute aus anderen Parteien, die sich erst Schmid gewünscht hätten, nun auch voll hinter Markus Schneider stehen.»

Persönlich die Unterstützung zugesagt

Tatsächlich: FDP-Mitglied Jürg Altorfer beispielsweise schrieb erst einen Leserbrief zugunsten Schmids. «Mir geht es darum, dass es möglichst viel frischen Wind in der Exekutive braucht, weshalb ich mich im Leserbrief für ihn aussprach.» Bereits vor der Nomination habe er aber beiden Kandidaten seine Stimme versprochen, wer auch immer das Rennen mache. «Am Freitagmorgen habe ich Markus Schneider persönlich meine Stimme und meine Unterstützung zugesichert», so Altorfer.

Markus Schneider sagt: «Mir ist klar, dass es auch FDP-Mitglieder gibt, die ich noch überzeugen muss. Ich werde auf sie zugehen. Gleichzeitig haben mir aber schon viele Leute aus FDP und SVP ihre Unterstützung zugesagt. Ich habe das Gefühl, schon jetzt eine breite Unterstützung zu geniessen.»

Überzeugungsarbeit ist vonnöten

Dass es noch Überzeugungsarbeit braucht, darauf lässt die zurückhaltende Reaktion von FDP-Co-Präsident Oliver Steger auf die Nomination Schneiders schliessen. «Grundsätzlich liegt es nicht an uns, den Entscheid der CVP-Basis zu kommentieren. Vielmehr respektieren wir den Entscheid und nehmen ihn zur Kenntnis.» Das weitere Vorgehen werde erst im Vorstand besprochen. «Ziel ist es, an unserer Generalversammlung im April zu definieren, welchen Stadtammann-Kandidaten wir unterstützen.»

Die CVP hat an der Versammlung einen weiteren Entscheid getroffen: Der amtierende Stadtrat Matthias Gotter wurde einstimmig für eine weitere Amtszeit nominiert.