Baden

Stadtammannwahlen: Wer tritt bei der CVP gegen Geri Müller an?

Reto Schmid (CVP), Geri Müller (Team Baden), Markus Schneider (CVP), Erich Obrist (parteilos) und Benhard Schmid (CVP).

Reto Schmid (CVP), Geri Müller (Team Baden), Markus Schneider (CVP), Erich Obrist (parteilos) und Benhard Schmid (CVP).

Schickt die CVP bei einer «Schmid-Nomination» einen Bisherigen in die Wüste? – Und was ist mit Erich Obrist?

Die Stadt Baden steht in einem turbulenten Wahljahr. Und am turbulentesten dürfte es bei der CVP zu- und hergehen. Denn mit dem bisherigen Vizeammann Markus Schneider sowie den Cousins Reto und Bernhard Schmid haben sich gleich drei Stadtammann-Kandidaten weit vor Anmelde- und Nominationstermin in Stellung gebracht.

Nun ringt die CVP um die richtige Nomination. Die Angelegenheit ist alles andere als einfach, denn sowohl Bernhard Schmid wie Reto Schmid gehören zurzeit nicht dem Stadtrat an. Mit anderen Worten: Würde die Partei einen von ihnen nominieren, so müsste entweder Schneider oder der zweite CVP-Stadtrat Matthias Gotter auf eine Wiederwahl beziehungsweise eine Kandidatur als Stadtrat verzichten. Das wäre in Baden allerdings ein Novum.

Übte sich der Parteivorstand zuerst in Selbstzufriedenheit und sprach von einer «komfortablen Situation, über so viele Persönlichkeiten in den eigenen Reihen zu verfügen, die sich in den Dienst der Stadt stellen wollen» (Zitat Co-Präsident Simon Binder vor einem Monat), so ist man sich der heiklen Ausgangssituation nun bewusst.

«Es ist die Nominationsversammlung, die den Entscheid über die Kandidatur fällen wird», machte Binder klar und doppelt nach: «Wir werden ein faires Verfahren durchführen.» Doch dazu wollten weder Vorstand noch Fraktion im jetzigen Zeitpunkt im Detail Stellung nehmen. Noch nicht einmal das Datum der Nominationsversammlung steht fest.

Wilde Kandidaturen verhindern

Inoffiziell ist jedoch aus CVP-Kreisen zu erfahren, dass inzwischen bereits einiges gegangen sei. So hätten bereits kurze Hearings mit den allen möglichen Stadtratskandidaten stattgefunden, und eine zweite Runde würde unmittelbar anstehen.

Vorstand und Fraktion stünden in einem regelmässigen Austausch. Die Parteileitung ist gewillt, den Nominationsentscheid durchzusetzen. So wolle man dem Vernehmen nach allen Kandidaten ein schriftliches Versprechen abringen, dass sie sich bei einer Nicht-Nomination für eine «wilde» Kandidatur»nicht zur Verfügung stellen würden – weder als Parteiangehörige noch als Parteilose.

Ob der Parteivorstand aufgrund seiner Hearings und seines Entscheides der Nominationsversammlung einen Antrag stellen oder nur eine Empfehlung abgeben wird, konnte gestern nicht in Erfahrung gebracht werden.

Es könnte durchaus sein, dass denjenigen Kandidierenden, die bei der Prüfung durch den Vorstand durchgefallen sind, nahegelegt wird, bereits auf einen Antritt für eine Kandidatur an der Nominationsversammlung zu verzichten.

Andernfalls könnte – wie es bei solchen Partei-Nominationen schon öfters passiert – letztlich die Anzahl der mobilisierten Claqueure über eine Stadtammann-Kandidatur entscheiden.

Noch scheint nach aussen Ruhe zu herrschen. Doch dem ist keineswegs so. Während sich in der CVP höchste Nervosität ausbreitet, dominiert im übrigen politischen Baden das grosse Rätselraten.

Denn mit dem Parteilosen Erich Obrist könnte durchaus ein weiterer Kandidat seine Ambitionen hegen. Wird Obrist seine Andeutungen vom Herbst 2015, die der eine oder andere durchaus als Wahlversprechen aufgenommen haben könnte, wahr machen?

Damals, er in einem Husarenstück der SP einen Sitz abgeluchst und gleichzeitig den FDP-Kandidaten klar besiegt hatte, schloss er jedenfalls eine Ammann-Kandidatur im Herbst 2017 nicht aus. Obrist wollte sich gestern zu dieser Frage nicht konkret äussern.

FDP und CVP diesmal vereint?

Das Ziel der CVP und auch all ihrer Ammann-Kandidaten ist aufgrund unserer Recherchen klar: Man will Geri Müller aus dem Sattel heben. Die CVP wird den Support der FDP haben. Dagegen überrascht die SVP auf Anfrage: «Wir gedenken nicht einen Kandidaten der CVP offiziell zu unterstützen», sagt Parteipräsident Serge Demuth und begründet: «Im Einwohnerrat haben wir Bürgerliche mehrere Abstimmungen verloren, weil CVP-Mitglieder mit den Linken gestimmt haben», so Demuth.

So viel steht jedenfalls fest: Bürgerlicherseits möchte weder die SVP noch die FDP der CVP den Ammannsessel streitig machen. Tobi Auer, Co-Präsident der FDP, macht klar: «Die FDP nimmt erfreut zur Kenntnis, dass verschiedene bürgerliche Stadtammann-Kandidaten zur Verfügung stehen.

Es ist aber Sache der CVP, ihren Favoriten zu nominieren.» Bei der FDP- wie auch bei der CVP-Spitze gibt es eine Übereinstimmung, die da heisst: Geri Müller aus dem Amt heben und die bürgerliche Mehrheit wieder herstellen.

Die FDP sei darum bestrebt, nebst ihrem bisherigen Stadtrat Roger Huber (FDP) eine zweite Kandidatur aufzustellen. Auer: «Da sind wir auf gutem Weg.»Dabei dürfte die FDP von der CVP und auch der SVP unterstützt werden, bei der zurzeit keine Kandidatur für den Stadtrat zur Diskussion steht.

Und wie sieht es bei der SP aus?

Weil Geri Müller aufgrund der Sparpolitik des Stadtrates auf der linken Seite nicht mehr uneingeschränkte Unterstützung geniesst, so ist nicht ganz auszuschliessen, dass ihm, wenn sicher nicht von Team oder Grünen, so doch noch von der SP Gefahr erwachsen könnte. Im Zusammenhang mit einer Stadtammannkandidatur ist darum auch schon der Name Regula Dell’Anno gefallen. Die amtierende Stadträtin will sich im jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äussern und verweist auf die Parteiversammlung im März. Martin Groves (SP) erklärt dazu nur so viel, dass die SP sicher alles daransetzen werde, dass sie ihren verloren gegangenen zweiten Stadtratssitz zurückholen wolle. Die Partei wird die zweite Nomination neben Stadträtin Regula Dell’Anno im März treffen, wobei Groves selber nicht zur Verfügung stehen wird.

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