Als in der Einwohnerratssitzung im März die Beteiligung der Stadt Baden an der Stadtcasino Baden AG kontrovers diskutiert wurde, wurde unter anderem auch kritisiert, dass die Gesellschaft an einem Casino in Deutschland beteiligt ist oder in Davos gar ein solches betreibt. Daran ändert sich zwar vorläufig nichts, auch wenn die Stadtcasino Baden AG knapp die Hälfte der Davos-Aktien verkauft hat. «Die Stadtcasino Baden AG hat die Partnersuche für das Casino Davos erfolgreich abgeschlossen und nimmt die belgische Ardent-Gruppe als wichtigen Partner in die Casino Davos AG auf», heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Ardent-Gruppe erwirbt dabei 44 Prozent des bisherigen Aktienvolumens der Stadtcasino Baden AG, die nach wie vor der grösste Aktionär mit einem 46-prozentigen Anteil ist. Die Davos Tourismus Organisation bleibt unverändert Miteigentümerin des Davoser Bergcasinos mit einem Anteil von 10 Prozent.

«Ein strategischer Entscheid»

Hintergrund des Verkaufs: Am 10. Juni 2018 wird über das neue Geldspielgesetz abgestimmt, das in Zukunft unter anderem auch den Schweizer Bergcasinos ermöglicht, ihre Spiele im Internet anzubieten. «Aus diesem Grund hat die Stadtcasino Baden Gruppe den strategischen Entscheid gefällt, zukünftig das Casino Davos zusammen mit einem Partner, der eine langjährige Online-Casino-Erfahrung besitzt, zu betreiben», heisst es weiter. Die Wahl sei dabei auf die Casino de Spa SA gefallen, die Teil der belgischen Ardent-Gruppe ist und bereits erfolgreich ein eigenes, konzessioniertes Online-Casino betreibe. Die Ardent-Gruppe verfüge über langjährige Erfahrungen beim Betrieb von konzessionierten Online-Casinos in diversen Ländern bis zur Spiel- und Plattformentwicklung. «Im Hinblick auf die Volksabstimmung entkräftet die neue Davoser Partnerschaft das Argument des Nein-Komitees, dass internationale Unternehmen vom Schweizer Markt ausgeschlossen werden», sagt Jürg Altorfer, Verwaltungsratspräsident der Stadtcasino Baden AG. Internationale Casinos könnten sich sehr wohl am Schweizer Markt beteiligen, solange sie geltendes Recht befolgen würden. «Casino de Spa und die Ardent Gruppe haben sich in der Vergangenheit an Schweizer Gesetze gehalten und werden dies auch in Zukunft tun», ergänzt Altorfer. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) habe den guten Ruf der Ardent Gruppe eingehend geprüft und diesen bestätigt.

«Sollte das Volk das Geldspielgesetz am 10. Juni annehmen, werden wir unverzüglich und gemeinsam mit unserem neuen Partner ein konkurrenzfähiges Online-Angebot für das Casino Davos entwickeln, um uns so früh wie möglich für eine Online-Konzessionserweiterung zu bewerben», ergänzt Detlef Brose, CEO der Stadtcasino Baden AG. «Diese Konzessionserweiterung wäre ein wichtiger Schritt für eine langfristige Zukunftssicherung des vorletzten Schweizer Bergcasinos.»