Was kümmert das den Kleinaktionär? Statt 25 wurden diesmal nur 15 Franken pro Aktie aus. Über Jahre hinweg waren es 25. Vielleicht besorgte dies der Generalversammlung der Stadtcasino Baden AG den rekordverdächtigen Aufmarsch von über 520 Aktionären, die danach bei herrlichem Sommerwetter die Dividendenkürzung am exzellenten und reichhaltigen Buffet kompensieren konnten. Doch erst der Reihe nach.

«Wir sind in allen Bereichen besser als Zürich», sagte Verwaltungsratspräsident Peter Blöchlinger den Aktionären. Das Grand Casino in Baden sei der bessere Ort, wo mehr Freundlichkeit herrsche, wo die Gastronomie besser sei und wo es ein sehr gutes Unterhaltungsangebot gebe. Damit meinte er das «zarte, aber gedeihende Pflänzchen House of Entertainment», als das sich das Grand Casino verstärkt verkaufen will.

In seiner Tour d’horizon erwähnte Blöchlinger die Eckpunkte des Berichtsjahres. Da stand zuerst der Rückgang des Bruttospielertrages um 27 Prozent von 92 auf 67 Millionen Franken. Das Erfreuliche dabei: Das Grand Casino platzierte sich um 7 Millionen vor dem Casino Zürich.

Hallen 37 und 38 gekauft

Die Beteiligungen der Muttergesellschaft interessierten die Versammlung im Besonderen: Den überraschenden Coup landete die Trafo Betriebs AG. Sie schloss nicht nur mit 6,1 Millionen Franken besser als budgetiert (5,8) ab, sondern angelte sich von der internationalen Gesellschaft Lochreal die umgebauten Eventhallen 36 und 37 für 14,4 Mio. Franken. Damit wird der Betrieb des per 24. November erweiterten Kongresszentrums um einiges günstiger ausfallen. In Wien läuft das Konzessionsverfahren für ein Casino mit Badener Mehrheitsbeteiligungen.

«Die hierfür eingesetzten Mittel von 1,5 Millionen Franken lohnen sich Angesichts von 4 bis 6 Millionen, die dann von Wien nach Baden fliessen würden», rechtfertigt Blöchlinger den Entscheid des Verwaltungsrates. Das Casino Davos sei zwar immer noch in der Verlustzone, habe aber den Bruttospielertrag um 4 Prozent steigern können. In Sachsen-Anhalt werden zwei Casinos öffnen, bei denen Baden mit einer Minderheitsbeteiligung dabei ist.

Das strategische Ziel von Engagements im Ausland werde weiter verfolgt. Es sei aber kein neues Projekt an der Angel, so Blöchlinger. Man bereite sich zudem schon jetzt auf die Neukonzessionierung im Jahr 2022 vor. In deren Hinblick wählte die Versammlung den vergrösserten Verwaltungsrat. Dies geschah wie bei allen andern Geschäften fast einstimmig.