Wettingen/Baden
Stadtfest 2012: Viel Klamauk in «Little Wettige»

Wettingen will nicht einfach tatenlos zusehen, wenn sich die Bäderstadt nächstes Jahr vom im Rahmen des Stadtfestes 2012 in eine riesige Festhütte verwandelt. Am Stadtfest 2012 präsentiert sich der «grosse» Nachbar mit einem Festbereich.

Martin Rupf
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Aargauer Zeitung

Die Gemeinde Wettingen will nicht einfach tatenlos zusehen, wenn sich die Bäderstadt nächstes Jahr vom 17. bis 24. August im Rahmen des Stadtfestes 2012 in eine riesige Festhütte verwandelt. Mit dem Projekt «Little Wettige» soll im Kriesiareal ein Festbereich entstehen, der sowohl von den Wettinger Behörden wie auch von den Vereinen und der Wettinger Bevölkerung getragen wird.

«Hier sollen sich Wettinger und Badener, aber auch Besucher aus der ganzen Region während des Stadtfestes treffen und miteinander Kultur und Gastro erleben», sagt Jürg Koller von der Organisationsleitung. Bei dieser handelt es sich um keine geringere als der Klamaukgruppe ChropfChrötte, die bereits über einschlägige Erfahrungen im Organisieren von Festen aufweist.

Geplant sind 5 Festbetriebe

Die aus vielen Wettingern bestehenden ChropfChrötte entstanden in alten Fastnachtszeiten und produzierten während beinahe 20 Jahren Fasnacht auf der Strasse und in den Beizen. 1991 beteiligten sie sich zum ersten Mal an der Badenfahrt. 1997 gestalteten sie das Programm «Prinz Charles im Kloster». Zuletzt sorgten sie an der Badenfahrt 2007 für Aufruhr, als sie - ebenfalls auf dem Kriesiareal - das Stück «De Schlosserstift Kriesi» zum Besten gaben.

Nun wollen die ChropfChrötte 2012 in der Gasse Hahnrain und auf dem Kriesiareal 2012 noch einen draufsetzen. «Geplant sind 5 Beizen in verschiedensten Häusern», verrät Koller. «Little Wettige» sei dabei nicht nur ein Haus, sondern eine regelrechte Enklave auf Badener Boden. «Wie der Namen verrät, kann man es mit Little Italy in New York vergleichen», sagt Koller lachend.

Herzstück von «Little Wettige» wird die Kriesibühne vor dem Grand Hotel Kriesi sein. Dem aufmerksamen Betrachter fällt auf: Von den einst fünf Sternen leuchtet nur noch einer. Dieser symbolisiere den «Stern an der Limmat», so Koller. Mit diesem Slogan wirbt die Gemeinde Wettingen seit einem Jahr für ihre Vorzüge.

Jürg Koller betont aber gleichzeitig: «Little Wettige» solle in keiner Art und Weise etwas mit dem Wettinger Fest zu tun haben. «Vielmehr lebt das Areal von der natürlichen, bereits vorhandenen Kulisse.»

Kredit vor dem Einwohnerrat

Während im Hahnrain der Gastrobereich angesiedelt sein wird, soll auf dem Kriesiareal Kultur geboten werden. «Wir werden nicht ein klassisches Theater aufführen, sondern ein Stück, dass vor Klamauk und Gags nur so strotzen wird», blickt Koller voraus.

Dass ein solches Projekt finanzieller Vorleistungen bedarf, versteht sich von selbst. Für Bauten und Infrastruktur wird mit Kosten in der Höhe von 135 000 Franken gerechnet. Für die Risikogarantie sollen diese Kosten durch drei geteilt werden (ChropfChrötte, Sponsoring&Eigenleistung und Gemeinde Wettingen), was einen Betrag von 45 000 Franken ergibt. Hinzu kommen 50 000 Franken, die zu 100 Prozent den Wettinger Vereinen und der Wettinger Bevölkerung zu Gute kommen.

An seiner nächsten Sitzung vom 16. Juni stimmt der Einwohnerrat über den Kredit von 95 000 Franken ab. «Wir gehen davon aus, dass wir der Gemeinde dieses Geld wieder zurückzahlen können», sagt Koller. Sollte gar ein Überschuss resultieren, käme dieser - nachdem jeder beteiligte Verein mindestens 1000 Franken erhalten hätte - gemeinnützigen Institutionen in Wettingen zugute.