Die Bauarbeiten für das Botta-Thermalbad laufen, die Betreiber hoffen auf bis zu 500 000 Gäste jährlich. Die Vereinigung christlicher Unternehmer (VCU) schaffte es, zu ihrer Jahrestagung die wichtigsten Entscheidungsträger im Zusammenhang mit dem Thermalbad zu versammeln und auftreten zu lassen. Neben Architekt Mario Botta, Regierungsrat Markus Dieth oder Beat Edelmann, Präsident der Stiftung Gesundheitsförderung Baden + Bad Zurzach, die das Bad betreiben wird, äusserte sich mit Rolf Wegmann auch Badens Stadtplaner. Angesprochen auf die Erreichbarkeit des Thermalbades, hielt er fest, dass früher bereits 200 000 Gäste jährlich angereist seien. So gesehen, seien die künftig erwarteten 500 000 Besucher pro Jahr verkraftbar.

Auf Nachfrage erklärt er: «Es wird wegen des Bades kein Verkehrschaos geben. Die Betreiber mussten mit einem Mobilitätskonzept nachweisen, wie sie sicherstellen, dass die Gäste das Bad auf ‹stadtgerechte Art und Weise› erreichen können», erklärt Rolf Wegmann weiter. Hierfür seien diverse Massnahmen vorgesehen: Die Buslinie 3 der RVBW werde das Bad neu erschliessen, es werde Kombi-Tickets für den Bade-Eintritt geben, und die Autoparkplätze werden kostenpflichtig sein. Eine Seilbahn vom Bahnhof zum Bad, wie vom Chef der Regionalen Verkehrsbetriebe vorgeschlagen, sei nicht notwendig, damit die Stadt den Bäderverkehr verarbeiten könne. «Aber die Idee könnte einen positiven Werbe-Effekt haben.»

Jürg Caflisch, SP-Verkehrspolitiker aus Baden und Präsident des Verkehrs-Clubs Aargau (VCS), hat nach wie vor grosse Zweifel, dass der Verkehr ins Bäderquartier ohne Probleme bewältigt werden kann. «Ein innovatives Mobilitätskonzept fehlt leider nach wie vor.» An gewöhnlichen Tagen beispielsweise im Sommer werde der Verkehr zum Thermalbad für die Stadtbewohner wohl kein Problem darstellen. «Aber ich frage mich, wie es an Abenden oder Wochenende im Winter aussehen wird, wenn besonders viele Gäste gleichzeitig zum Thermalbad gelangen wollen», so Caflisch. Die Badener Baldegg sei an schönen Sommerwochenenden von Autos zugestellt, obschon dorthin viele Busse fahren. «Ich befürchte, dass es in Richtung Thermalbad, konkret beim Schulhausplatz und auf der Bruggerstrasse, zu zusätzlichem Stau kommen wird.» Auch die Badener Grünen-Politikerin Margreth Stammbach äusserte bereits Kritik am Mobilitätskonzept der Stadt: «Sie versucht, die altbekannten Probleme mit altbekannten Mitteln zu lösen, die aber leider nicht ideal funktionieren», sagte sie vergangenen Mai. Die Strecke vom Bahnhof zu den Bädern sei weniger als einen Kilometer lang, man könne sie gut zu Fuss zurücklegen. «Ich hätte mir eine noch stärkere Förderung des Fussgängerverkehrs erhofft», so Stammbach.