Wenn alles wie erwartet und aufgegleist läuft, wird das Gebiet der Stadtpolizei Baden per 1. Januar 2016 um die vier Gemeinden der Regionalpolizei Limmat-Aare-Reuss (LAR) erweitert. In den nächsten Tagen werden die Einwohnergemeindeversammlungen in Gebenstorf (11. Juni), Turgi (12. Juni), Untersiggenthal (11. Juni) und Würenlingen (19. Juni) entscheiden.

Traktandiert sind zuerst die Aufhebung des Gemeindevertrages der Repol LAR, dann der neue Vertrag mit der Stadtpolizei. Mit dieser Fusion von Stadtpolizei und Repol LAR kaufen alle Gemeinden die polizeilichen Leistungen in Baden ein, wie es die bisherigen Stapo-Gemeinden Baden, Birmenstorf, Ennetbaden, Ehrendingen, Freienwil und Obersiggenthal bereits tun.

LAR hat Grenzen erreicht

Der Grund für den Anschluss an Baden liegt bei den wachsenden Anforderungen, um die polizeilichen Standards zu erfüllen. Die Regionalpolizei LAR war schon länger nicht mehr in der Lage, diese personell zu erfüllen. Daher arbeitete LAR seit 2010 mit der Repol Zurzibiet zusammen.

Weil beide nach neuen Lösungen suchen mussten, hatten LAR und Zurzibiet die Zusammenarbeit bereits per Ende 2014 gekündigt. Seither arbeitet die Repol LAR bereits mit der Stadtpolizei Baden zusammen.

«Die Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei hat sich in dieser kurzen Zeit bewährt», erklärt der Gemeinderat Untersiggenthal in der Vorlage zur Gemeindeversammlung. Seit Beginn dieser neuen Zusammenarbeit stand schon fest, dass der Zusammenschluss die logische Konsequenz sein müsste, wie er nun auf den Jahreswechsel erfolgen soll. Der Alleingang der Repol LAR wäre allein aus finanziellen Gründen kaum verkraftbar, lautet die Begründung in den LAR-Gemeinden. Der Personalbestand hätte weiter erhöht werden müssen, was zu Mehrkosten von rund 500 000 Franken geführt hätte.

Standort in Untersiggenthal

Der Kommandostandort der Regionalpolizei LAR in Untersiggenthal soll als Aussenposten bleiben. Somit können die LAR-Gemeinden damit rechnen, dass die polizeiliche Grundversorgung auch von der Stadtpolizei zur Befriedigung der Bevölkerung sichergestellt wird.

Die Kosten sollen für alle Gemeinden in etwa gleich bleiben. Der Ansatz von 57 Franken pro Einwohner wird abzüglich Ordnungsbussen auf Gemeindegebiet zu Nettokosten von rund 52 Franken pro Einwohner und Jahr führen.

Mit total 58 000 Einwohnern in ihrem Einsatzgebiet wird die Stadtpolizei zur grössten Regionalpolizei im Aargau. Der Einwohnerrat Baden wird im September einen einmaligen Finanzierungsbeitrag sprechen. «Auch wir profitieren», sagt Matthias Gotter, Stadtrat und Sicherheitsverantwortlicher.

«Es gibt klare Verbesserungen, zudem erhöht sich die Flexibilität, was sich für alle Gemeinden positiv auswirken wird.» Noch nicht klar ist, wie die Stadtpolizei die eigenen Raumprobleme lösen wird. Die bisherigen Stapo-Gemeinden Baden, Birmenstorf, Ennetbaden, Ehrendingen, Freienwil und Obersiggenthal werden zudem über ein neues Polizeireglement befinden.