Baden

Stadtpolizei setzt bei Asylbewerbern vermehrt auf Personenkontrollen

Stadtpolizisten kontrollieren Asylsuchende auf dem unteren Bahnhofplatz in Baden.

Stadtpolizisten kontrollieren Asylsuchende auf dem unteren Bahnhofplatz in Baden.

Die Stadtpolizei will mit vermehrten Personenkontrollen die Asylbewerber-Szene am Bahnhof eindämmen. Einwohner würden den Bahnhofplatz und den Kurpark meiden oder nur noch mit Angst passieren.

Am Dienstag nach 17 Uhr hat die Stadtpolizei am unteren Bahnhofplatz und im Kurpark eine gross angelegte Personenkontrolle durchgeführt. Ältere Leute sowie Mütter mit Kindern hatten sich zuvor besorgt an die Stadtpolizei gewandt. Sie würden den Bahnhofplatz und den Kurpark meiden oder nur noch mit Angst passieren. Einzelne beklagten sich, weil sie angesprochen oder gar angepöbelt worden seien. Bei den besagten Personen handle es sich um eine derzeit steigende Zahl von Asylsuchenden und Randständigen, welche die Bänke im öffentlichen Raum in Beschlag nehmen würden, heisst es in einem Communiqué der Stadtpolizei. Die Polizei selber könne diese Wahrnehmung bestätigen, sagt der stellvertretende Kommandant Max Romann.


Zahlreiche Bussen wegen Drogen

Für die Kontrolle war die Stadtpolizei mit einem grossen Aufgebot zugegen. «Es wurden rund 40 Personen kontrolliert, davon zahlreiche Asylsuchende und auch einige Randständige», schildert Romann die Kontrolle. Bei den Randständigen sah sich die Stadtpolizei mehrheitlich mit bekannten Gesichtern konfrontiert.

Die Polizisten sprachen mehrere Ordnungsbussen «wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz» aus. Max Romann: «Es handelte sich um kleine Fische, die geringe Mengen an Drogen – Haschisch oder Marihuana – für den Eigenkonsum mit sich getragen haben.» Eine ausgeschriebene Person, allerdings ein Schweizer, wurde verhaftet. «Die Kontrolle verlief problemlos. Die kontrollierten Personen zeigten sich kooperativ und hatten Verständnis», fährt Romann weiter.


Bei den Asylsuchenden, vorwiegend Eritreer im Alter zwischen 17 und 25 Jahren, handelte es sich mehrheitlich um solche, die in Baden in der Geschützten Operationsstelle in Dättwil (Gops) oder in Gemeinden der Region untergebracht sind. Laut dem stellvertretenden Kommandanten waren auch junge Personen aus Mellingen, Spreitenbach, Rekingen oder Bad Zurzach vertreten. «Seit einiger Zeit kommen vermehrt auch Asylsuchende nach Baden, die sich zuvor am Bahnhof Aarau aufgehalten haben. Wir haben gerade vergangene Woche mehrere Asylsuchende kontrolliert, die aufgrund der Papiere in Aarau bereits eine Wegweisung kassiert haben», sagt Romann.


Wachsen der Szene eindämmen

«Wir werden diese Personen auch von Baden wegweisen», verspricht der stellvertretende Kommandant. Man wolle gerade auf die warme Zeit hin verhindern, dass eine solche Szene entstehen könne. Darum würden nun wiederholt Personenkontrollen in der Stadt durchgeführt. «Wir werden damit den Druck erhöhen und wollen auf jeden Fall den Überblick behalten. Weil das für die kontrollierten Personen unangenehm ist, gehen wir davon aus, dass sich die Situation bessern wird.»


Für die Stadtpolizei bedeutet dies einiges an Mehraufwand, denn für Grosskontrollen muss ein entsprechend grösseres Aufgebot bereitgestellt werden. Auch wenn die Temperaturen noch steigen, so möchte die Stadtpolizei verhindern, dass es in der Stadt Baden zu einem heissen Sommer komme, erklärte Romann.


Der Mehraufwand für die Stadtpolizei besteht auch darin, dass sie nebst beziehungsweise während der zusätzlichen Kontrollen und Präsenz an diesen neuralgischen Orten auf Stadtgebiet die Grundversorgung im erweiterten Gebiet der Stadtpolizei sicherstellen muss.
Für die Personenkontrollen ist die Stadtpolizei selber zuständig. Die Kantonspolizei wird nur bei gesetzlich gröberen Angelegenheiten beigezogen.

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