Baden

Stadtratswahl: Benjamin Steiner in Führung ++ Luzi Stamm gibt auf ++ Stefan Jaecklin trotz Rückstand zuversichtlich

Benjamin Steiner (Team) hat seine Gegner im ersten Wahlgang um 500 Stimmen und mehr distanziert. Stefan Jaecklin (FDP) ist für den zweiten Wahlgang dennoch optimistisch. Luzi Stamm überrascht derweil mit seiner Analyse zur Frage, welchen Einfluss er auf den 1. Wahlgang hatte.

Ein Entscheid ist bereits gefallen: Luzi Stamm tritt im 2. Wahlgang nicht mehr an. Dies teilt der langjährige SVP-Nationalrat der AZ am Sonntag kurz vor sechs Uhr mit. Somit kommt es am 29. November zu einem Duell zwischen Benjamin Steiner (Team) und Stefan Jaecklin (FDP).

Nur knapp hat Benjamin Steiner (Team Baden) die frühzeitige Wahl in den Stadtrat verpasst. 53 Stimmen fehlten im 1. Wahlgang zum absoluten Mehr. Enttäuscht ist er aber nicht, im Gegenteil: «Ich freue mich über das sehr deutliche Resultat und den grossen Rückhalt in der Bevölkerung», sagt Steiner.

Steiner: «Klares Zeichen der Stimmbevölkerung»

Der Abstand auf den zweitplatzierten Stefan Jaecklin sei sehr gross, führt Steiner aus. Er spricht von einem «klaren Zeichen» der Badener Stimmbevölkerung. «Darum schätze ich meine Chancen auf eine Wahl am 29. November als gut ein. Ich habe bewiesen, dass ich in Baden auf eine breite Wählerbasis zählen kann und bis weit in die Mitte hinein unterstützt werde.» Er sei dankbar, dass ihm so viele Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen geschenkt haben.

«Dieser Vorsprung ist ein sehr bequemes Polster»: Benjamin Steiner (Team Baden) gewinnt den ersten Wahlgang der Badener Stadtratswahlen

«Dieser Vorsprung ist ein sehr bequemes Polster»: Benjamin Steiner im Video-Interview nach dem ersten Wahlgang.

 

Auf die Frage, wie der Abstand von 496 Stimmen auf Jaecklin zustande gekommen sei, sagt Steiner, er habe viel in den Wahlkampf investiert. «Nicht in erster Linie Geld, sondern viel Energie. Und ich habe ein super Team hinter mir mit vielen guten Ideen.»

Was aber, wenn die 564 Stimmen Stamms an Stefan Jaecklin gehen? «Ich glaube, das wäre zu einfache Wahlarithmetik», sagt Steiner. Luzi Stamm sei eine Person, die sehr stark mobilisiere. «Er hat viele Stimmen von parteiunabhängigen Personen erhalten." Die SVP, Stamms ehemalige Partei, habe ja bereits im 1. Wahlgang Stefan Jaecklin unterstützt.

Stefan Jaecklin: «Meine Chancen sind sehr gut»

Ebenfalls sehr zufrieden mit dem Resultat ist Stefan Jaecklin. Seine Partei, die FDP, gab am Nachmittag bekannt, dass er im zweiten Wahlgang selbstverständlich noch einmal hoch motiviert antreten werde.  «Ich freue mich über die vielen Stimmen», sagt Jaecklin.

Dass es zu einem zweiten Wahlgang kommen wird, habe er erwartet. «Wenn ich die Ausgangslage nun anschaue, bin ich zuversichtlich für den zweiten Wahlgang. Meine Chancen auf den Einzug ins Stadthaus sind sehr gut. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Differenz noch wettmachen können», ist Jaecklin überzeugt.

Stadtratwahlen Baden: der Zweitplatzierte Stefan Jaecklin im Videointerview

Will sein Profil noch schärfen: Stefan Jaecklin im Videointerview.

 

Luzi Stamm habe überraschend viele Stimmen erhalten, sagt Jaecklin. Sollte dieser im zweiten Wahlgang verzichten, sehe es gut für ihn selber aus, sagte Jaecklin, noch bevor Stamm seinen Verzicht bekannt gab.  «Luzi Stamms Wählerbasis ist stark an einem bürgerlichen Stadtrat interessiert.»

Vor dem zweiten Wahlgang müsse er noch stärker die inhaltlichen Unterschiede zu Benjamin Steiner betonen, so Jaecklin. «Wir müssen meine Positionen noch schärfen. Die politischen Standpunkte zwischen uns sind grösser, als bisher viele glaubten."

Luzi Stamm: «Es gibt nichts Schönzureden»

Luzi Stamm ging als krasser Aussenseiter ins Rennen, nun holte er 564 Stimmen. Er selber sprach von einem schlechten Resultat. «Das Ergebnis ist sehr deutlich ausgefallen, da gibt es nichts Schönzureden», sagt er.

Neues Mitglied für den Stadtrat: „Es wäre für mich eine riesige positive Überraschung, wenn ich es schaffen würde“

«Es wäre für mich eine riesige positive Überraschung, wenn ich es schaffen würde», sagte Luzi Stamm bereits vor Bekanntgabe der Ergebnisse am Sonntag.

«Im Prinzip hat nur das Komitee, das mich aufgestellt hat, Wahlkampf gemacht; ich selber hätte vielleicht mehr Energie investieren und vor allem früher in den Wahlkampf einsteigen müssen. Doch auch mit einem intensiveren Wahlkampf wäre es für mich schwierig geworden, Platz 2 oder gar Platz 1 zu erreichen, wie das klare Resultat nun zeigt», sagt Stamm. 

«Meine Stimmen wären nicht zu Jaecklin gegangen»

Spannend sei die Frage, wie die Wahl ausgefallen wäre ohne ihn, sagt er. «Es wäre eine Fehlüberlegung zu glauben, dass all meine Stimmen automatisch zu Stefan Jaecklin gegangen wären. Viele meiner Wähler gingen nur wegen mir an die Urne; viele von ihnen hätten gar nicht abgestimmt, wenn ich nicht angetreten wäre», sagt Stamm. «Viele meiner Wähler habe ich in den vergangenen Tagen noch telefonisch kontaktiert und sie überzeugt, doch noch an die Urne zu gehen.» 

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