Baden
Stadtratswahl: Gerüchte zu Mister X haben sich bisher nicht bestätigt

Erich Obrist steht nach dem Rückzug von Jürg Caflisch und Mario Delvecchio kurz vor der stillen Wahl in den Stadtrat. Doch ganz Baden fragt sich: Taucht nicht doch noch ein Gegenkandidat auf?

Pirmin Kramer
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Erhält Erich Obrist noch Konkurrenz?

Erhält Erich Obrist noch Konkurrenz?

Alex Spichale/az

Der Weg für Erich Obrist (parteilos) in den Stadtrat scheint frei zu sein, weil sich Mario Delvecchio (FDP) und Jürg Caflisch (SP) nach dem ersten Wahlgang aus dem Rennen zurückgezogen haben. Obrists stille Wahl ist aber noch nicht definitiv: «Am Mittwoch läuft die Anmeldefrist für den zweiten Wahlgang ab, danach folgt eine fünftägige formelle Nachmeldefrist», erklärt Stadtschreiber Heinz Kubli. Gewissheit herrscht also frühestens heute in einer Woche.

Bis gestern Montag hatte sich neben Obrist noch kein weiterer Kandidat, kein Mister X, für den zweiten Wahlgang angemeldet; er bleibt aber vorsichtig und nimmt noch keine Gratulationen entgegen.

Gemunkel um Demuth und Bächli

In der momentanen Phase der Ungewissheit machen einige Gerüchte die Runde. So zum Beispiel, Serge Demuth (SVP) überlege sich eine Kandidatur. «Ich wurde zwar von Partei-Mitgliedern und auch sonst von einigen Bürgern gebeten, doch noch eine Kandidatur anzumelden», erklärt Demuth. «Aber die Antwort lautet Nein, ich trete nicht an, und auch die SVP wird keinen Kandidaten mehr lancieren.»

Zwar habe die SVP Ambitionen, einen Stadtratssitz zu erobern, aber der Zeitpunkt sei ungünstig. «Eine so kurzfristige Kandidatur birgt die Gefahr, dass ein Politiker verheizt wird. Zudem wäre es illusorisch zu glauben, wir könnten bei der aktuellen Ersatzwahl abräumen.» Denn Obrist habe im 1. Wahlgang ein sehr gutes Resultat erzielt. «Besser stehen unsere Chancen wohl bei der Gesamterneuerungswahl 2017», sagt Serge Demuth.

Ein weiteres Gerücht: Die SP will den Stadtratssitz nicht kampflos an das ehemalige Parteimitglied Obrist abgeben, der mit seinem Austritt viele SP-Wähler verärgerte. In diesem Zusammenhang fällt der Name Karin Bächli. Sie war nach Bekanntgabe des Rücktritts von Daniela Berger aus dem Stadtrat von der Parteispitze angefragt worden; Bächli machte sich im Sommer ernsthaft Gedanken, bei der parteiinternen Ausmarchung anzutreten.

Aber auch sie winkt ab: «Nein, das ist überhaupt kein Thema. Ich habe im Sommer wegen meiner privaten und beruflichen Situation auf eine Kandidatur verzichtet – daran hat sich bis zum heutigen Zeitpunkt nichts geändert», sagt Karin Bächli. «Wir werden niemanden mehr aus dem Hut zaubern», erklärt denn auch SP-Co-Präsidentin Selena Rhinisperger. «Am 18. Oktober hat Baden gewählt, und wir akzeptieren die klare Aussage.»

Auch die im Stadtrat vertretenen CVP und FDP erklären auf Anfrage, sie würden keine offiziellen Kandidaten mehr ins Rennen schicken.

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