Die SP Baden wird der Generalversammlung Anfang März zwei bekannte Namen zur Stadtrats-Kandidatur diesen Herbst vorschlagen. Zum einen Regula Dell’Anno-Doppler (53), die seit 2014 Stadträtin und zuständig für das Ressort Gesundheit und Soziales ist.

Dell’Anno habe in der Gesundheitspolitik wichtige Meilensteine setzen können, schreibt die SP und verweist dabei unter anderem auf die Rechtsformänderung des Regionalen Pflegezentrums Baden in eine Aktiengesellschaft oder auf die Einweihung der Neubauten des Alterszentrums Kehl. «Das Engagement im Stadtrat macht mir grosse Freude und ich spüre viel Vertrauen», sagt Dell’Anno. Sie wolle ihr in den letzten drei Jahren gewonnenes Wissen und Netzwerk weiter in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Alter einsetzen.

Das Zweier-Ticket soll Karin Bächli (39) ergänzen. Bächli gehört seit 2002 dem Einwohnerrat an und war in dieser Zeit Mitglied der Finanzkommission und der Begleitgruppen Bäderquartier und Schulhausplatz. Vor einem Jahr wurde sie zur Vizepräsidentin des Einwohnerrats gewählt. Der Vorstand ist der Meinung, dass Karin Bächli mit ihren vielseitigen Erfahrungen und ihrer konstruktiven und klaren Haltung dem Stadtrat einen grossen Mehrwert bringen könne, teilt die SP Baden mit.

«Die Stadt liegt mir sehr am Herzen und ich bin überzeugt, mit meinem beruflichen Rucksack als Verkehrsplanerin und meiner Ausbildung als Mediatorin, den Stadtrat ideal zu ergänzen», sagt Bächli. Zudem seien ihr die laufenden politischen Geschäfte und Abläufe aus ihrer 15-jährigen Tätigkeit im Einwohnerrat, in verschiedenen Kommissionen und als ehemaliges Vorstandsmitglied einer Krippe bestens bekannt. «Ich bin sehr motiviert, den Schritt in die Exekutive zu machen.»

Grosses Gerangel um sieben Sitze

SP-Präsidentin Selena Rhinisperger ist überzeugt, mit Dell’Anno und Bächli wieder zwei Sitze im Stadtrat besetzen zu können. Zur Erinnerung: Ende 2015 verlor die SP einen Sitz an Erich Obrist. Der langjährige Sozialdemokrat war aus der Partei ausgetreten und kandidierte als Parteiloser, weil die SP nicht ihn, sondern Jürg Caflisch als Stadtratskandidaten nominiert hatte.

«Mit neun Einwohnerräten sind wir die zweitstärkste Fraktion», so Rhinisperger. Zudem habe die SP in Baden bei den Grossratswahlen 2016 klar am meisten Partei-Stimmen erhalten und ihren Wähleranteil um rund sechs Prozent steigern können. «Mit diesem Vertrauensvotum im Rücken möchten wir die Verantwortung wahrnehmen, weshalb wir zwei Kandidatinnen ins Rennen schicken wollen.»

Dass das SP-Potenzial bereits ausgeschöpft sei, weil Stadtrat Erich Obrist von vielen Wählern immer noch als SP-Mann angesehen werde, glaubt Rhinisperger nicht. «Erich Obrist ist als Parteiloser im Stadtrat und positioniert sich auch konsequent als Parteiloser. Wir pflegen mit ihm denselben konstruktiven Austausch wie auch mit anderen Stadträten.»

Gleichzeitig verrät die SP-Präsidentin, dass sich weder Dell’Anno-Doppler noch Bächli für das Amt als Stadtammann zur Verfügung stellen. «Ich habe mich gegen eine Ammann-Kandidatur entschieden, weil mir die Projekte etwa beim Regionalen Pflegezentrum oder beim Alterszentrum Kehl ans Herz gewachsen sind», sagt Dell’Anno. Als Stadträtin wolle sie in diesen wichtigen Bereichen für Kontinuität sorgens und sie im Interesse der Stadt weiterhin mitgestalten.

«Kommt hinzu, dass das Ammann-Amt nicht in meinen aktuellen Lebensplan passen würde.» Und Karin Bächli sagt dazu: «Eine Ammann-Kandidatur ist für mich aus familiären Gründen kein Thema. Zudem bin ich der Meinung, es ist von Vorteil, wenn man als Ammann bereits über Regierungserfahrung verfügt.»

Für Parteipräsidentin Rhinisperger ist klar: «Langfristig ist es unser Ziel, der Badener Bevölkerung eine SP-Stadtammann-Kandidatur zu präsentieren.» Wie sich die SP bezüglich Stadtammann-Wahlkampf diesen Herbst positioniere, werde an der Generalversammlung Anfang März diskutiert.

Eines steht jetzt schon fest: Baden steht nicht nur in Sachen Ammann-Wahl ein spannender Wahlherbst bevor. Denn nebst dem parteilosen Erich Obrist visieren nun mit der SP auch die FDP, das Team Baden und die CVP zwei Sitze an. Bei der CVP könnten je nach Ausgang des internen Nominationsverfahrens gar drei Kandidaten ins Rennen steigen.