Die linken Parteien und insbesondere das team Baden zeigten sich überrascht, dass sich SVP, CVP und GLP noch vor der Nomination eines FDP-Kandidaten hinter die Liberalen stellen und zwar «vorbehaltlos», wie die Bürgerlichen in ihrer Medienmitteilung schreiben.

Die FDP wird entweder Andrea Libardi, Daniel Schneider oder Mario Delvecchio nominieren. So sagte Fritz Bosshardt, Team-Fraktionspräsident: «Ich bin überrascht, dass die FDP von den anderen Parteien einen Blankocheck für einen Kandidaten bekommt».

Damit würden die Bürgerlichen zeigen, dass es für Sie keine Rolle spiele, was für eine Persönlichkeit in den Stadtrat gewählt wird. Team-Co-Präsidentin Iva Marelli nannte die vorbehaltlose Unterstützung einen Schnellschuss, weil die drei Kandidaten der FDP sehr unterschiedlich seien.

Unterstützung mit Vorbehalt

Vorbehaltlose Unterstützung? Stimmt nicht ganz: Auf Nachfrage sagt GLP-Fraktionspräsident Sander Mallien: «Man kann es ‹Blankocheck› nennen. Die GLP wollte in diesem Fall zuerst nicht mitmachen.»

Man habe ursprünglich mit einem FDP-Kandidaten gerechnet und nicht mit dreien, sagt Mallien weiter. «Weil wir den Anspruch der FDP auf einen zweiten Stadtratssitz unterstützen, haben wir die Medienmitteilung aber trotzdem gutgeheissen», sagt er.

Doch Mallien ist nicht mit allen drei Kandidaten einverstanden. «Ich bin zu zwei Drittel zufrieden mit den Kandidaten und wir werden uns vorbehalten, eine Stimmfreigabe auszusprechen, falls wir mit der Nomination der FDP unzufrieden sind.» Welcher Kandidat der drei ihm nicht passt, will Mallien nicht preisgeben.

GLP-Co-Präsidentin Isabelle Wanner relativiert: «Ich und Co-Präsident Peter Berger waren in den Ferien, als die Medienmitteilung verschickt wurde, aber wir haben sie nachträglich gutgeheissen.» Sander Mallien habe nach bestem Gewissen gehandelt, versichert sie.

«Wenn er nun sagt, dass ein Kandidat nicht geht, dann ist das seine persönliche Meinung», sagt Wanner. «Wir haben parteipolitisch kein Problem mit den FDP-Kandidaten und werden hinter dem Kandidaten stehen, egal, wen die FDP am 17. August nominiert.»

Mallien verweist darauf, dass er mit Parteikollegen gesprochen habe, die seine Meinung bezüglich FDP-Kandidaten teilen. «Ob wir den FDP-Kandidaten unterstützen werden oder ob wir Stimmfreigabe beschliessen, wird aber letztlich eine Entscheidung der Parteiversammlung sein.»

Seitens SVP sagt Präsident Serge Demuth: «Wir sind uns bewusst, dass wir denjenigen nehmen müssen, der nominiert wird.» Aber die SVP werde geschlossen hinter der Nomination der FDP stehen. CVP-Co-Präsident Carlo Possenti sagt: «Sicher kann es Präferenzen geben, was die Kandidaten betrifft.» Das sei nur normal. «Solche Präferenzen sind bei der CVP aber kein grosses Thema. Für uns sind alle FDP-Kandidaten geeignet.»