NLB-Handball

«Städtli» reitet auf der Erfolgswelle

Spielmacher Philipp Seitle gehört zu den Leistungsträgern beim STV Baden.

Spielmacher Philipp Seitle gehört zu den Leistungsträgern beim STV Baden.

Die Badener Handballer starten am Freitag als Tabellenzweiter in die Rückrunde. Viel zu tun gibt es in der Nachwuchsarbeit: Bei den Junioren mangelt es derzeit an Top-Talenten.

13 Runden sind gespielt, die Hälfte der Handballsaison in der Nationalliga B (NLB) ist vorbei. Am Freitagabend (20 Uhr, Sporthalle Aue, gegen den HC KTV Altdorf) startet die erste Mannschaft des Stadtturnvereins Baden in die Rückrunde. Mit erfrischendem Offensivhandball hat sich «Städtli» bislang in der Spitzengruppe etabliert; ins Heimspiel gegen Altdorf gehen die Badener als Tabellenzweiter. Damit steht das Team von Trainer Björn Navarin seit dem Wiederaufstieg in die NLB vor fünf Jahren so gut wie noch nie da.

Ein Aufstieg in die höchste Spielklasse ist zum jetzigen Zeitpunkt – auch aus wirtschaftlicher Sicht – aber nicht geplant, sagt «Städtli»-Präsident Christoph Blöchlinger. «Ziel bleibt es, uns bis 2022 als Spitzenteam in der Region etabliert zu haben.» Die Weichen dafür wurden bereits gelegt, indem der Vertrag mit Erfolgstrainer Navarin vorzeitig verlängert wurde.

Bis dahin wolle die Mannschaft «oben mitspielen» – und nebenbei die Vorzüge der NLB geniessen. Zu denen gehören die Duelle gegen Lokalkonkurrenten, wie Blöchlinger sagt: «Die Derbys gegen Siggenthal sind stets Highlights. Solche Spiele machen die Liga attraktiv für uns.»

Viel zu tun gibt es in den nächsten Jahren in der Nachwuchsarbeit. Denn obwohl sich Eigengewächse, bei «Städtli» ausgebildete Spieler, in der Vergangenheit als wertvolle Ergänzungskräfte im Fanionteam erwiesen haben, mangelt es derzeit an Top-Talenten bei den Junioren. Und auch in der Breite ist man nicht optimal aufgestellt. So wurde die U19, eine Spielgemeinschaft mit Dietikon, aufgrund von Spielermangel in dieser Saison aufgelöst.

«Wir haben Mühe, unsere Mitgliederbasis zu erhöhen, das merken wir stark», sagt Blöchlinger. Zum einen, weil andere Sportarten in den letzten zehn Jahren beliebter waren, zum anderen, weil man in Baden unter dem urbanen Umfeld «leide». «In der Stadt gibt es viele andere, auch kulturelle, Angebote. Als Jugendlicher muss man nicht zwingend in einem Sportverein aktiv sein.»

Auch Jürg Kappeler, Geschäftsführer der STV Baden GmbH, sieht Vereine in ländlichen Gebieten diesbezüglich im Vorteil: «In Dörfern wie Endingen hat der Mannschaftssport noch einmal einen ganz anderen Stellenwert.»

Die Erfolgswelle, auf welcher das Team in der NLB zurzeit reitet, betrachten Blöchlinger und Kappeler in dieser Hinsicht als grosse Chance: «Wir hoffen, dass das dem Handballsport in der Stadt wieder Auftrieb gibt.» Doch nicht nur aufgrund der bisherigen Resultate ist die erste Mannschaft das grosse Aushängeschild des Vereins.

«Der Kern der Mannschaft ist seit vielen Jahren zusammen und spielt attraktiven Handball. Die Spieler geben auf und neben dem Platz alles für den Erfolg. Das wird von unseren Fans honoriert», findet Blöchlinger. Da spiele es auch keine Rolle, dass zwei der Topstars, die Deutschen Philipp Seitle und Marcus Hock, nicht aus dem eigenen Nachwuchs stammen würden. Blöchlinger zieht den Vergleich zum Fussball: «Matias Delgado ist Argentinier und war beim FC Basel dennoch der unangefochtene Fanliebling.»

Natürlich sei es wünschenswert, in absehbarer Zeit noch mehr Talente aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft zu integrieren und zu Leistungsträgern zu formen. Blöchlinger weiss aber auch: «Der Sprung in den professionellen Handball ist ein sehr grosser.» Neben Durchhaltevermögen brauche es Zeit, insbesondere der enorme Aufwand mit vier Trainings und zwei Athletikeinheiten dürfe nicht unterschätzt werden. «Auch wenn es vom Talent her reicht, kann deshalb nicht jeder NLB spielen.»

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