Seit hundert Jahren steht das Alte Schulhaus im Zentrum von Neuenhof. Die Zeit und die vielen Schülerinnen und Schüler haben am Gebäude ihre Spuren hinterlassen. Im Zuge der Neuenhofer Strategie «Vorwärts» sollen dieses Gebäude und weitere Schulhäuser saniert und ausgebaut werden. Dafür hat die Gemeinde einen Projektwettbewerb lanciert. Im Dezember des vergangenen Jahres wurde der Projektierungskredit von 1,8 Millionen Franken von der Einwohnergemeindeversammlung bewilligt.

Bei einer Überprüfung des Alten Schulhauses und des Schulhauses Schibler wurden etliche Mängel festgestellt. So müssen bei beiden Gebäuden die komplette Heizung, die Lüftung und der Sanitärbereich ersetzt werden. In den 60er-Jahren wurden Pavillons als provisorische Lösung für die Raumknappheit gebaut. Diese werden nach der Sanierung und Erweiterung der Schulgebäude voraussichtlich abgebrochen. Eine Erneuerung würde sich aus wirtschaftlichen und bautechnischen Gründen nicht mehr lohnen.

Vorgesehen ist, in einer ersten Etappe das Alte Schulhaus zu sanieren sowie das Schulhaus Schibler mit einem vierstöckigen Erweiterungsbau zu versehen. Zusätzlich soll beim Schulhaus Zentrum 7 eine neue Aula entstehen. Eine zweite Etappe beinhaltet den Bau von mittelfristig benötigten Turnhallen oberhalb der Neuenhofer Zivilschutzanlage.

Für die Grobkostenschätzung der geplanten Bauten wurde die Metro AG Brugg beauftragt. Diese rechnet für die erste Etappe mit einem finanziellen Aufwand von rund 21 Millionen. Ein hoher Betrag für die hoch verschuldete Gemeinde, doch eine günstigere Lösung gebe es nicht: «Jahrelang wurden die Investitionen aufgeschoben, jetzt müssen sie getätigt werden», sagt der Neuenhofer Gemeindeschreiber Marcel Muther. Auch bei einer Fusion mit Baden hätte in die Schulanlage investiert werden müssen. «Die Oberstufe wäre in jedem Fall hiergeblieben», sagt Muther. Geplant ist, den Baukredit im Juni 2012 vor die Gemeindeversammlung zu bringen.

Bildungsreform braucht Platz

Im Mai 2006 wurden die revidierten Bildungsartikel vom Schweizer Stimmvolk angenommen. Diese verlangen eine überkantonale Harmonisierung der obligatorischen Schule. Nach dem Scheitern des Bildungskleeblattes wurde vom Regierungsrat die Vorlage «Stärkung der Volksschule Aargau» geschaffen. Vorgesehen sind zwei Jahre obligatorischer Kindergarten, sechs Jahre Primarschule und drei Jahre Oberstufe anstelle des heutigen 5/4-Modells. Zusätzlich sollen von den Gemeinden Tagesstrukturen angeboten werden. Um alles zu ermöglichen, fehlt es der Schule Neuenhof momentan an Räumlichkeiten. Mit der Sanierung und dem Ausbau der Schulanlagen würde die Gemeinde den Schulbetrieb nach den kantonalen Vorgaben langfristig sichern können.