Am Abend des 31. Dezember, kurz vor dem Jahreswechsel, gibt der Aargauer SVP-Nationalrat Luzi Stamm bekannt, sich für die Nachfolge des SVP-Fraktionschefs Caspar Baader zu stellen (siehe Kasten). Nach der Bekanntgabe seiner Bewerbung macht sich Luzi Stamm mit seiner Frau Stefanie auf den Weg, bei Freunden in Zürich den Silvester zu feiern. 

Dafür gehen sie vor Mitternacht aus dem Haus und kehren gegen 1.30 Uhr wieder zurück. Doch in seiner kurzweiligen Abwesenheit räumen Diebe das Haus des Politikers und seiner Familie in Baden aus. «Wir liefen ziemlich genau um 1.35 Uhr zu unserem Haus zurück, als ich unsere kaputte Eingangstür sah. Da habe ich meiner Frau gesagt: ‹Schau, das sieht nicht gut aus!›», sagt Stamm.

Durch das Fensterchen der Haustür

Erst denkt er sich, dass nur jemand versucht haben will, in das Haus einzudringen. Denn die Haustür ist verschlossen, nur ein kleines Fensterchen der Tür ist eingeschlagen. Doch genau durch dieses Fensterchen müssen die Einbrecher eingedrungen sein. Als Stamm die Haustür aufschliesst, sieht er ein Bild der Verwüstung. «Das hat ausgesehen wie in einem Film. Alle Kästen und Schubladen waren geöffnet, alles lag am Boden herum», sagt der Anwalt.

Umgehend kontaktiert er die Polizei. Im ersten Stock bemerkt Stamm später, dass nebst den Kreditkarten auch Bargeld, zahlreicher Schmuck seiner Frau sowie wertvolle Geräte wie Kameras oder Computer entwendet wurden. Insgesamt schätzt Stamm Sachschaden und Deliktbetrag auf eine fünfstellige Summe.

Wurden Diebe ertappt?

Stamm vermutet, dass die Diebe bei der Tat überrascht wurden und flüchten mussten. «Sie liessen in einem Zimmer eine Hunderternote und ein Handy am Boden liegen, das nicht uns gehört.» Laut dem Politiker soll das Handy «ein französisches Signal» besitzen. In der Küche war zudem die Tür zum Garten geöffnet, wodurch sie geflüchtet sein dürften, wie Spuren zeigen. Sein Büro mit politischen Unterlagen sowie Anwaltsunterlagen blieb unangetastet.

Trotzdem bleiben das mulmige Gefühl und die Unsicherheit, womöglich erneut Opfer von Dieben zu werden, die in sein geliebtes Reich eindringen wollen. Stamm überlegt sich, eine Alarmanlage zu installieren. Einmal mehr sei etwas bewiesen, sagt er mit erhobenem Zeigefinger: «Wir Politiker sind gefordert, die Sicherheit in der Schweiz aufrechtzuerhalten.»