Baden
Star-Coiffeur Sandro Bross zum Lockdownende: «Haareschneiden mit Handschuhen ist schlicht unmöglich»

Wochenlag waren die Geschäfte geschlossen. Am Montag dürfen die Coiffeure wieder an die Haare ran. Doch wollen sie das überhaupt?

Martin Rupf
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Sandro Bross in seinem Badener Salon.

Sandro Bross in seinem Badener Salon.

CH Media

Sechs Wochen musste Coiffeur Sandro Bross sein Geschäft am Badener Schlossbergplatz schliessen. «Auch wenn dies wirtschaftlich sehr einschneidend war, habe ich das Vorgehen des Bundes immer respektiert», sagt Bross, der dieses Jahr das 20-Jahr-Jubiläum seines Geschäfts feiert. «Aber wenn diese Massnahme wirklich nötig war, weil das Virus offenbar eine solch grosse Gefahr darstellt, dann kommt die Öffnung am Montag jetzt vermutlich zu früh.» Damit setze man Coiffeure und deren Kunden unnötig einem Risiko aus.

«Aber nicht zu öffnen war natürlich keine Option. Und unter dem Strich freue ich mich jetzt zusammen mit meinen 15 Angestellten, endlich wieder arbeiten zu können», sagt Bross. Er werde aber seinen vor allem jüngeren Angestellten klarmachen, dass die Situation weiter ernst sei und sie bitte nach Feierabend wieder ihn ihr gewohntes Umfeld zurückkehren und nicht noch draussen etwas trinken gehen sollen.

Er habe selbst schon rund 200 Masken bestellt und sei sehr froh und dankbar über das Angebot des Kantons. «Weil wir ohnehin sehr viel Abstand zwischen den einzelnen Plätzen haben, können wir unsere zehn Stühle beibehalten», sagt Bross. Zudem werde jedes Kunden-Mäntelchen – wie immer – nach dem Besuch gewaschen. «Und für das Haarfärben habe ich mir Einweg-Plastikschürzen besorgt, die ein bisschen wie Metzgerschürzen aussehen», sagt Bross lachend. Einzig beim Thema Handschuhe hat Bross Bedenken. «Diese werden wir nur auf Wunsch anziehen. Denn Haareschneiden mit Handschuhen ist schlicht unmöglich.»

Bei Coiffeur Grimm bleibt die Hälfte der Plätze frei

Die Agenda für die nächsten Wochen seien bereits komplett ausgefüllt. Es werde bei den Kunden viel Geduld brauchen, zumal man für die einzelnen Besuche jetzt mehr Zeit einberechne, damit sich weniger Kunden im Wartebereich aufhalten müssten. Und mit einem Lachen fügt Bross an: «Die nächsten Wochen werden sehr streng und intensiv. Ich hoffe, wir brauchen dann nicht einen zweiten Lockdown zur Erholung.»

Auch Ramon Grimm, Inhaber von Coiffeur Grimm mit den beiden Filialen an der Badstrasse und im Kantonsspital sagt, er sei im ersten Moment überrascht gewesen, «das Coiffeurgeschäfte noch vor dem Detailhandel eröffnen dürfen». Doch unter dem Strich sei man natürlich froh, jetzt wieder arbeiten zu können. «Es gibt aber unter den 25 Angestellten schon auch Mitarbeiter, die noch ein mulmiges Gefühl haben», so Grimm. Man werde deshalb am Wochenende gemeinsam die Schutzmassnahmen durchgehen. Dazu gehört insbesondere, dass die Hälfte der 21 Coiffeurplätze ungenutzt bleiben. «Zudem werden zwei Mitarbeiterinnen bereits im Eingangsbereich dafür sorgen, dass sich nicht zu viele Kunden im Wartebereich aufhalten.» Auch Grimm ist sich bewusst, dass das Arbeiten mit Handschuhen nicht ganz einfach sei. «Trotzdem haben wir unsere Mitarbeitenden ermuntert, es zumindest auszuprobieren.» Auch seine Agenda sei für die nächsten Wochen sehr gut ausgebucht. «Viele Menschen können es nicht erwarten, endlich wieder eine neue Frisur zu erhalten.»