Bäder-Quartier
Stararchitekt Mario Botta: «Diese Quellen sind ein Geschenk»

Seit fünf Jahren laufe die Planung, und es sollen bis Baubeginn nicht weitere fünf Jahre vergehen, schickte Benno Zehnder von der Verenahof AG voraus.

Roman Huber
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Der Verwaltungsratspräsident der grössten Grundbesitzerin im Bäderquartier versucht seit 2006, den in der Krise steckenden Bädern zu einer neuen Zukunft zu verhelfen. Am Mittwochabend führte er im Kurtheater sein Paradepferd vor, das ihm dabei behilflich ist: den Tessiner Stararchitekten Mario Botta. Sein Bäder-Projekt ging siegreich aus einem Wettbewerb hervor und wird nun zur Reife gebracht. Zudem läuft noch die Anpassung der Bau- und Nutzungsplanung für das Bädergebiet.

Drei unterschiedliche Baufelder

Botta leitete sein Projekt aus der Vergangenheit ab und belegte dies mit Grundrissen, die aus der archäologischen Forschung stammen und die Bäder einst zeigen. Der Architekt erklärte, welche Ideen hinter seinen Projekten stecken würden. Es geht um drei Baufelder: neues Thermalbad mit Parkhaus, Wohn-/Ärztehaus sowie Verenahof-Geviert mit den Hotels Verenahof, Bären und Ochsen.

«Es sind kleine Volumen, die sich wie eine öffnende Hand zur Limmat ausrichten», beschreibt Botta das Thermalbad – zweifellos imposantester Teil des Gesamtprojekts. Wie auf einer Plattform liegen die Becken, während im Rücken an die Parkstrasse der lange Riegel zu liegen kommt, an dessen Ende leicht abgedreht der Garderobentrakt platziert wird. Das Wohn- und Ärztehaus, das den Staadhof ersetzt, legt Botta so ans Limmatknie, dass sich der Kurplatz vergrössert. Dadurch entsteht ein breiter Zugang zur künftig breiten Promenade, der, so Botta, die Bedeutung eines Stadtparkes zukomme.

Kein Bad für die obere Schicht

Botta bewies in seiner Präsentation seine Begeisterung für diesen Ort. «Diese Quellen, aus denen ununterbrochen heisses Wasser sprudelt, sind für Baden ein grosses Geschenk», sagte Botta und mahnte damit, die neue Bäderzukunft nicht mehr warten zu lassen. Aus dem grossen Applaus liess sich schliessen, dass die grosse Mehrheit im Publikum derselben Meinung war.

Botta und Zehnder stellten sich dann den Fragen und liessen sich auch nicht von kritischen aus dem Konzept bringen. Dabei ging es um Gästezahlen, Ökologie und Energie, um den Bau, dessen Grösse und Gestaltung. Es wurde betont, dass hier ein Bad für alle, nicht für die obere Schicht gebaut werde. Botta blieb keine Antwort schuldig. Einzig über das Innenleben und -aussehen gab es nichts Neues zu erfahren. Da musste man sich mit Ansichten von anderen Botta-Bädern zufriedengeben.