Baden
Starkes Weihnachtsgeschäft trotz mildem Wetter – Detaillisten sind zufrieden

Weil die Temperaturen eher mild waren, kamen Kundinnen und Kunden erst relativ spät in Adventsstimmung. Nichtsdestotrotz blicken Badener Detaillisten positiv aufs Weihnachtsgeschäft zurück, wie eine Umfrage zeigt.

Carla Stampfli
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Die Badstrasse in Baden Mitte Dezember. Hier befindet sich auch Bücher Doppler, dessen Filialleiterin mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden ist.

Die Badstrasse in Baden Mitte Dezember. Hier befindet sich auch Bücher Doppler, dessen Filialleiterin mit dem Weihnachtsgeschäft zufrieden ist.

Sandra Ardizzone/Archiv

Das diesjährige Weihnachtsgeschäft hat Spuren hinterlassen: Die Paket- und Briefzentren der Post sortierten in der Vorweihnachtswoche 1,4 Millionen Päckli täglich – womit der Rekord aus dem Vorjahr geknackt wurde. Auch das Einkaufscenter Gäupark Egerkingen verzeichnete am Sonntagsverkauf vor Weihnachten einer der stärksten Einkaufstage überhaupt. Doch welche Bilanz ziehen die Badener Detaillisten vom Weihnachtsgeschäft 2018?

Das Spielfachgeschäft Miracoolix an der Mellingerstrasse blickt auf einen positiven Geschäftsverlauf zurück. «Aufgrund des milden Wetters hat es zwar länger gedauert, bis die Kunden in Weihnachtsstimmung gekommen sind. Trotzdem lief der ganze Monat Dezember bei uns rund», sagt Inhaber Markus Hadorn. Insbesondere in der Woche vor Weihnachten sei viel los gewesen. «Dabei sind vor allem kooperative Spiele, Rätselspiele und Geduldspiele über die Verkaufstheke gegangen.»

Bei den Kunden von Manor am Schlossbergplatz lagen vor allem Lego und Lego Technik, Playmobil sowie ferngesteuerte Spielwaren hoch im Kurs, wie eine Sprecherin sagt. Zudem seien Make-up-Artikel, Gold- und Silberschmuck sowie kabellose Kopfhörer gefragt gewesen. Geschäftszahlen gibt Manor nicht preis. Doch: «Was seit Jahren – und auch in diesem Jahr – unverändert gilt: In der Weihnachtszeit verzeichnen wir sehr hohe Umsätze, die Weihnachtszeit ist weiterhin der klare Jahreshöhepunkt.»

«Die Stimmung war entspannt»

Die Inhaberinnen der «Villa Paul» am Theaterplatz, die fair produzierte und ökologische Produkte verkaufen, sind mit dem Umsatz zufrieden. Sie haben die letzten Wochen als angenehm und unaufgeregt empfunden. «Die Stimmung in der Stadt war entspannt, das war lässig», sagt Mimi Frey. Das habe ihrer Meinung daran gelegen, dass Heiligabend nicht wie letztes Jahr auf einem Sonntag, sondern auf einen Montag fiel. «So blieb mehr Zeit für die Einkäufe. Die Hektik blieb aus.» Kunden hätten ihre Geschenke in der «Villa Paul», die sich selber als kleinstes Kaufhaus der Schweiz bezeichnet, mit Bedacht gewählt. «Gut liefen insbesondere sinnvolle Produkte, hinter denen eine schöne Geschichte steckt», sagt Frey. Als Beispiel nennt sie Papiervasen eines holländischen Künstlers, der mittlerweile rund 200 Frauen in Mumbai von der Strasse weggebracht hat; die Vasen werden von diesen handgefaltet und genäht.

Für konkrete Zahlen sei es zwar noch zu früh, «doch wir können spontan sagen, dass wir zufrieden sind», sagt Christine Siegrist, Filialleiterin von Bücher Doppler an der Badstrasse. Dazu hätten auch die beiden Verkaufssonntage beigetragen: «Vor allem der zweite am 23. Dezember war super.» Was die Bücher betrifft, seien vor allem Sachbücher und Biografien, wie zum Beispiel «Becoming» von Michelle Obama, beliebt gewesen, sagt Siegrist.

Auch bei den Kunden von Librium am Theaterplatz lag die Obama-Biografie hoch im Kurs. Darüber hinaus sei der neue Roman «Der Velodieb, der unters Auto kam» des Badener Spoken-Word-Künstler Simon Libsig sehr gut gelaufen, sagt Inhaberin Susanne Jäggi. «In drei Wochen haben wir über 700 Exemplare verkauft.» Sie zeigt sich sehr zufrieden: «In den Zwischenzahlen zeichnet sich ein erfreulicher Umsatz ab.» Jäggi führt das Plus unter anderem auf die Plakataktion zurück, welche die Buchhandlung im November lanciert und für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, ebenso auf das Buch von Libsig, das im Librium-Verlag Anfang Dezember erschienen ist.

Der Weihnachtsverkauf war beim Fachgeschäft «Lorenzi – Edles für Küche und Tisch» an der Bahnhofstrasse zufriedenstellend, wie Inhaber Daniel Lorenzi sagt. Insbesondere die letzten rund zehn Tage seien äusserst gut verlaufen. Er merkt aber auch an, dass man die Konkurrenz des Online-Handels spüre – und dass der Ladenmix in Baden besser sein könnte, wie Rückmeldungen aus seiner Kundschaft gezeigt hätten. «Wir können uns glücklich schätzen, dass wir ein Fachgeschäft sind und die Kunden uns die Treue halten», sagt Lorenzi.