Wettingen

Startschuss für die «Altstadt»

«Das gibt Hühnerhaut»

«Das gibt Hühnerhaut»: Geschäfsleiterin Bernadette Flükiger sass selbst im Bagger und sagt, wie der neue Name bei den Bewohnern ankommt.

Innert zwei Jahren soll der Neubau des Alterszentrums St. Bernhard in Wettingen fertiggestellt sein.

Als einen Meilenstein für das «St. Bernhard», für die Gemeinde und für die Region bezeichnete Verwaltungsratspräsident Rémy Picard den gestrigen Tag: Dann nämlich fiel mit dem Spatenstich der Startschuss für das Neubauprojekt des Alterszentrums. Innert zwei Jahren entsteht auf der grünen Wiese im Wettinger Langäckerquartier ein Kompetenzzentrum, das Wohnen und Leben im Alter unter einem Dach anbietet. Mit dem Bezug wird der Sitz des Alterszentrums St. Bernhard vom bisherigen Standort an der Rebbergstrasse am Herrenberg in den Neubau verlegt. Die heutige Liegenschaft wird verkauft.

«Am Lägernhang ist vor allem die Aussicht umwerfend», sagte Rémy Picard. Doch um alle anderen Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums abzudecken, sei der Standort ungeeignet. Im «Langäcker» hingegen sei die Lage ideal: in der Nähe des Dorfzentrums und mit dem öV gut erschlossen. Dank des Neubaus könne man deutlich verbesserte Rahmenbedingungen schaffen und so eine zeitgemässe Altersversorgung in Wettingen garantieren.

Neubau trägt Namen «Altstadt»

Der Neubau, der aus drei Baukörpern besteht, wurde von der Masswerk Architekten AG entworfen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 68 Millionen Franken. Es gibt 123 Pflegezimmer, weitere drei Zimmer für Tagesaufenthalte beziehungsweise Notfälle/Palliativ-Pflege sowie 45 Pflegewohnungen. Letztere sind für ältere Menschen vorgesehen, die bereits Unterstützung benötigen. Die Wohnungen können bei gesteigertem Bedarf in Vollpflegezimmer umgewandelt werden – ohne, dass die Bewohner sie verlassen müssen. «Mit dem Neubau möchten wir die Gelegenheit nutzen, um die Aussen- mit der Innenwelt miteinander zu verbinden», sagte Rémy Picard. Mit anderen Worten: Das neue Kompetenzzentrum soll neben zeitgemässen Pflege- und Wohnmodellen im Alter auch generationsübergreifende Begegnungszonen für die Bevölkerung anbieten. So wird es unter anderem ein öffentliches Restaurant, eine Arztpraxis, Physiotherapie, einen Spielplatz, einen Coiffeur und einen Eventraum geben, der von Firmen, Vereinen und Gesellschaften zugemietet werden kann. «Um dem innovativen Konzept gerecht zu werden, wird der Neubau ‹Altstadt› heissen», verkündete Picard.

Eine Vision wird Realität

«Mit dem Neubau können wir der Vision unserer Vorfahren Rechnung tragen», freute sich Wettingens Gemeindeammann Roland Kuster (CVP). Unter Lothar Hess, der von 1961 bis 1993 Gemeindeammann war, erwarb die Gemeinde im «Langäcker» ein Grundstück. Damit sicherte sie sich die Möglichkeit zur Erstellung von Bauten für das Alter. Die Gemeinde tritt nun der St. Bernhard AG dieses Land im Baurecht ab, der Einwohnerrat hat den entsprechenden Vertrag 2017 genehmigt. Man freue sich, dass die St. Bernhard AG Lösungen für die älteren Generationen von Wettingen bereitstelle: Mit einem Ort der Begegnung, in dem die Menschen ihr Seniorenalter geniessen können, fügte Kuster an.

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