Baden
Startschuss für die liberale Denkfabrik Civic Circle

Im «Limmathof» hat der erste Anlass des Think Tank stattgefunden. Die Denkfabrik will die liberale politische und wirtschaftliche Beziehungspflege in der Region fördern und als Plattform der Vernetzung dienen.

Roman Huber
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Civic Circle fordert den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus in die Region. (Archiv)

Civic Circle fordert den Blick über die Gemeindegrenzen hinaus in die Region. (Archiv)

Walter Schwager

Die Premiere des neu gegründeten Civic Circle darf durchaus als äusserst gelungen bezeichnet werden. Der Aufmarsch war sehr gross, die Referate interessant und der Apéro riche sehr bekömmlich. Christoph Küng, Initiant, Geschäftsführer und Koordinator der bürgerlich-liberalen Denkfabrik konnte 65 Personen im neobarocken Saal des «Limmathofs» begrüssen.

Darunter befanden sich einige Gemeinderatsmitglieder aus den umliegenden Gemeinden, Einwohnerräte, aber in erster Linie Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region, bei denen die Initiative für ein solches ideengebendes Forum auf bürgerlicher Basis auf fruchtbaren Boden gefallen war.

Drei bis vier Veranstaltungen sind pro Jahr geplant. Küng, der eingangs nochmals Sinn, Idee und Zweck des Civic Circle erläuterte, hatte zum Auftakt drei interessante Referenten zu drei unterschiedlichen Themen eingeladen, mit denen er den Geschmack der Anwesenden traf.

Dano Dreyer, Wettingen «Eine innovative Idee, hinter der viel Aufwand steckt, unterstütze ich. Die Referate haben gezeigt, dass es Zeit und Geduld sowie engagierte Leute braucht, um etwas Grosses zu erreichen.»
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Martin Keller, Nussbaumen «Ich setze mich für die Region ein und unterstütze diese bürgerliche Initiative. Gärtlidenken bringt uns nicht weiter. Hugis Referat hat gezeigt: Es braucht Unternehmer in der Politik.»
Adrienne Schneider, Ennetbaden «Es braucht auch die jüngere Generation, um die Region voranzubringen. Die Referate waren interessant, die Themen müssen uns beschäftigen.»
Franco Pinazza, Baden «Wir dürfen es uns in Baden nicht zu bequem machen. Es sollte vorwärtsgehen, und wir müssen über die Grenzen hinausschauen. Es braucht Inputs für neue Entwicklungen.»
Marco Hürsch, Neuenhof «Es ist wichtig, dass wir in der Region Visionen entwickeln. Konkurrenzdenken zwischen Baden und Wettingen ist passé. Mir gefiel das Referat über Gemeindefusionen besonders.»

Dano Dreyer, Wettingen «Eine innovative Idee, hinter der viel Aufwand steckt, unterstütze ich. Die Referate haben gezeigt, dass es Zeit und Geduld sowie engagierte Leute braucht, um etwas Grosses zu erreichen.»

Roman Huber

Zuerst im sicheren Panzer

Aus dem Munde eines Think-Tank-Pioniers hörte man, worum es denn bei einer solchen Vereinigung geht: Nicola Forster, Präsident von foraus. Er hat diese Denkfabrik – bestehend aus Forum und Aussenpolitik – im Jahr 2009 gegründet. Foraus gilt als Think-Tank, das hervorragend vernetzt ist und immer mit Publikationen auf sich aufmerksam macht.

Forster erzählte auch, wie es zum Begriff Think-Tank überhaupt gekommen war. Der Begriff wurde im Zweiten Weltkrieg geboren: Wenn die Alliierten Militärstrategen jeweils bei strategischen Fragen sich in einen sicheren Panzer (englisch: Tank) setzten und nach taktische Ideen und Lösungen suchten.

Andreas Hugi, Präsident des Bundes der Schweizer PR-Agenturen, mit eigener Agentur, stellte sich als Brückenbauer zwischen Politik und Wirtschaft vor. Als Lobbyist und Vernetzer steuert er die Interaktionen zwischen diesen beiden wichtigen Bereichen. «Es wäre verheerend, wenn sich die Unternehmer von der Politik verabschieden würden», sagte Hugi und äusserte sich besorgt über die Entwicklung des Milizparlamentes. Wolle die Wirtschaft bei Regulierungen noch Einfluss nehmen, so müsse sie in der Politik vertreten sein, lautet sein Prinzip.

Wegen der regionalen Nähe stiess bei den Politikern das Referat von Stephan Käppeli, Professor in Luzern und Spezialist für Regionen und deren Entwicklung, auf grosses Interesse. Er befasste sich mit Gemeindefusionen und führte vor Augen, warum unter anderen der Zusammenschluss zwischen Baden und Neuenhof missglückte.

Aus Käppelis Sicht sind Fusionsabstimmungen immer emotional. Umso notwendiger sei ein partizipatives Verfahren, eine überzeugende Vision, politischer Wille, klare Führung und eine gute Kommunikation. Die Frage des neu gewählten Neuenhofer Gemeinderates Marco Hürsch lag auf der Hand: «Wann kann man nach dem Scheitern eine Fusion wieder aufs Tapet bringen?» Käppeli: «Einfach nicht von denselben Politikern, die damit gescheitert sind.»

Die Vernetzung zwischen regionalen Unternehmern und Politikern lief beim anschliessenden Apéro auf höchsten Touren. Christoph Küng durfte befriedigt zur Kenntnis nehmen, dass die Idee des Civic Circle gute Aufnahme fand.

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