Spreitenbach

Statt einer «Mauer» durchs Langäckerquartier: Neumatt erhält zusätzliches Gebäude

Der Blick über den geplanten Stadtpark mit den beiden Hochhäusern links und rechts. Das Erscheinungsbild der Hochhäuser ist noch offen. Der Zentrumsschopf in der Mitte bleibt bestehen. Visualisierung/ZVG

Der Blick über den geplanten Stadtpark mit den beiden Hochhäusern links und rechts. Das Erscheinungsbild der Hochhäuser ist noch offen. Der Zentrumsschopf in der Mitte bleibt bestehen. Visualisierung/ZVG

Um das geplante Zentrum Neumatt offener zu gestalten, sollen zwei Riegelhäuser statt eines Langhauses entstehen. Und: Der Bus soll im alten Dorf bleiben.

Während die geplante Überbauung der Migros mit 420 Wohnungen und Obi-Baumarkt, das «Tivoli Garten», wegen der Beschwerde des VCS blockiert bleibt, soll es mit dem Zentrum Neumatt rund um das Shoppi Tivoli vorwärtsgehen. Geplant sind zwei zusätzliche Hochhäuser – mit rund 100 Metern die höchsten im Aargau –, ein Stadtpark, ein Parkhaus und bis vor kurzem ein Langhaus an der Baumgartenstrasse.

Dieses stiess jedoch auf wenig Gegenliebe bei der Bevölkerung, wie sich aus der öffentlichen Mitwirkung ergab. Das lange Gebäude würde das Langäckerquartier wie eine Mauer vom Zentrum Neumatt und vom Shoppi trennen, also das Gegenteil dessen bewirken, was mit dem Zentrum eigentlich erreicht werden soll, nämlich die umliegenden Quartiere vernetzen.

Anstelle des Langhauses plant der Eigentümer, der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Interswiss (CS REF Interswiss) nun zwei Rigelhäuser, die senkrecht zur Baumgartenstrasse zu liegen kommen. «Die Änderung öffnet den Langäckerbewohnern mehrere Durchgänge in Richtung Shoppi Tivoli und künftigem Stadtpark», sagte Gemeindepräsident Valentin Schmid (FDP) an einer Infoveranstaltung diese Woche. Trotz der Änderung bleibt es bei rund 500 geplanten Wohnungen, die für gut 1000 Einwohner Platz bieten.

Auch die Idee, die Buslinien 2 und 4 künftig via Baumgartenstrasse auf die Landstrasse zu führen, um eine direkte Anbindung zum Shoppi Tivoli herzustellen, findet bei der Bevölkerung kein Wohlwollen, weil dies zusätzlichen Lärm verursache und die Strasse möglichst verkehrsfrei bleiben sowie dem Fuss- und Veloverkehr dienen soll. Ein weiterer Kritikpunkt: Das alte Dorf würde vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten.

Der Gemeinderat will deshalb an der Haltestelle Dorf und der bisherigen Linienführung festhalten. Zwar gehört die Buslinienführung nicht zum Projekt. Aber mit der Erarbeitung eines kommunalen Gesamtplans für den Verkehr wird das Buskonzept gemeinsam mit dem Kanton konkretisiert und die möglichen Varianten rund um das Zentrum Neumatt untersucht.

Widererwarten war die Höhe der Hochhäuser an der Infoveranstaltung kein Thema, der zusätzlich benötigte Schulraum sowie die künftige Einwohnerstruktur hingegen interessierten die Anwesenden. Spreitenbach braucht einkommensstarke Steuerzahler, was gemäss Gemeinderat und Investor, bei der Planung der Wohnungen berücksichtigt wird. Was den Schulraum betrifft, so hat man bei der Planung die zusätzliche Bevölkerung bereits berücksichtigt.

Ausstellung Ende August geplant

Für die Entwicklung und den Bau des Neumatts hat der CS REF Interswiss den Totalunternehmer Losinger Marazzi ins Boot geholt. Losinger Marazzi hat unter anderem das Greencity-Quartier in Zürich realisiert, das erste zertifizierte 2000-Watt-Quartier der Schweiz. Für das Neumatt-Quartier haben sieben Architektenteams ihre Ideen eingereicht. Derzeit wird entschieden, welche Projekte weiter verfolgt werden.

Die Öffentlichkeit kann sie Ende August in einer Ausstellung sehen. Das angepasste Modell ist ab sofort im Shoppi Tivoli ausgestellt. Als Nächstes wird sich Spreitenbach mit der Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung für das Neumatt auseinandersetzen müssen. Die öffentliche Mitwirkung ist im kommenden Winter geplant die öffentliche Auflage im Frühling 2019.

Der Zeitplan für den Gestaltungsplan sieht ähnlich aus. Im Winter soll die öffentliche Mitwirkung und im Sommer 2019 die öffentliche Auflage stattfinden. Der Baustart ist im Zeitraum 2021/2022 geplant.

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