Baden
Statt eines neuen Kantonsspitals gibt es jetzt mal eine neue ambulante Klinik

Bis zum geplanten Neubau dürften noch 8 bis 10 Jahre vergehen. Weil das Kantonsspital Baden aber jetzt schon überbelegt ist, soll eine ambulante Klinik gebaut werden als Übergangslösung. Das kostet ebenfalls ein paar Millionen.

Sabina Galbiati
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Das KSB soll etappenweise neu gebaut werden.az Archiv

Das KSB soll etappenweise neu gebaut werden.az Archiv

Im Kantonsspital Baden wurden 2012 18'406 Patienten stationär behandelt. Das sind 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Tendenz: steigend. Die Region rund um Baden boomt, was ein Grund für das starke Wachstum des KSB ist. Kommt hinzu, dass das alte KSB in die Jahre gekommen ist. Ein neues Kantonsspital muss her. Doch bis es so weit ist, dürfte es noch acht bis zehn Jahre dauern.

Weil das KSB aber heute schon aus allen Nähten platzt, wie im KSB-Magazin zu lesen ist, soll eine ambulante Klinik für mehr Platz sorgen. Dieser sogenannte Kubus soll direkt ans KSB angebaut werden. Kostenpunkt: 50 Millionen Franken. Im Kubus wird es möglich sein, Strahlentherapien und ambulante Operationen durchzuführen. Die ambulante Onkologie sowie die Dialysestation sind ebenfalls im Kubus untergebracht. Damit sollen Räume im bestehenden Hauptgebäude frei werden, für das Wachstum der nächsten Jahre. Das Baugesuch liegt noch bis zum dritten Februar im Büro Planung und Bau in Baden auf. Im Juni 2014 soll der Bau des Kubus starten und im März 2016 abgeschlossen werden.

Neues Parkhaus gegen Platznot

Selbst auf dem Parkplatz herrscht Platznot. Um wichtige Bautätigkeiten aufnehmen zu können, muss als Erstes das Parkplatzproblem gelöst werden, schreibt Dieter Keusch, Chef des KSB, auf Anfrage der az. Dafür soll im März das neue Parkhaus für zehn Millionen Franken gebaut werden.

Weiter plant das KSB auf das kommende Jahr den Bau eines Partnerhauses. Doch das Vorprojekt sei noch nicht abgeschlossen, daher macht das KSB noch keine Angaben zu den Kosten. Im einen Teil des Partnerhauses will das KSB die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Gesundheitswesen nutzen. Der andere Teil soll wie der Kubus das Wachstum bis zum Bezug des Neubaus abfangen, wie das Regionaljournal SRF schreibt.

Sanierung teurer als neues Spital

Schon im Jahr 2000 machte man sich Gedanken über eine Teilsanierung des KSB. Bis 2010 entstanden mehrere Planungen für eine Sanierung mit Erweiterungsbauten. Doch schliesslich kam man zum Schluss: Die günstigste und effizienteste Lösung ist ein Neubau. Derzeit bereitet das KSB die Planungsphase für den Neubau vor, weshalb Angaben zu Investitionskosten verfrüht wären. Bis der Neubau in acht bis zehn Jahren steht, «wird der Altbau mit erhöhtem Aufwand in Schuss gehalten», so Keusch.

Zu grosses Kantonsspital

Während Jahrzehnten wurde zäh verhandelt, ob es überhaupt ein Kantonsspital Baden geben soll. Die Zweifel über dessen Nutzen waren gross. Dabei seien die Zustände im alten Stadtspital kaum auszuhalten gewesen, erinnert sich Max Graber, ehemaliger Chefarzt der Chirurgie. Der Umzug ins neue Spital sei eine Wohltat gewesen, sagt Graber im KSB-Magazin. Im September 1978 verlegte der Sanitätsdienst der Armee die ersten Patienten ins neu gebaute KSB in Dättwil. Damals vor 35 Jahren habe es noch Stimmen gegeben, die das neue Spital zu gross fanden.