Die Gemeinde Obersiggenthal hat ihren Zonenplan und die Bau- und Nutzungsordnung überarbeitet. Sie setzt auf wenig neues Bauland und auf eine Verdichtung der bestehenden Wohnzonen. Damit will die Gemeinde eine Zersiedlung verhindern und das Zentrum aufstocken. «Wir wollen ein qualitatives Wachstum fördern», sagt Gemeindeammann Max Läng. Vorhandenes Bauland soll besser genutzt werden. Zudem sollen in der Bau- und Nutzungsordnung Qualitätsansprüche an neue Bauten verankert werden, etwa im Hinblick auf Grünflächen.

Obersiggenthals Vorhaben entspreche der Strategie des Kantons, die Agglomerationsgemeinden zu verdichten, sagt Läng. Potenzial dafür sieht die Gemeinde unter anderem um den Zentrumskreisel in Nussbaumen. Die Einkaufs- und Hochhauszone beim Markthof soll über die Landstrasse hinaus erweitert werden, «damit man das Gemeindezentrum beim Vorbeifahren auch als solches wahrnimmt», so Läng. Dafür können die alten Häuser an der Land- und Hertensteinstrasse durch Hochhäuser von bis zu 40 Meter Höhe ersetzt werden. «Wir haben eine wachsende und älter werdende Bevölkerung. Deshalb möchten wir den Bau altersgerechter Wohnungen unmittelbar bei den Einkaufsmöglichkeiten im Markthof fördern.»

Gewerbezone bleibt gleich gross

Die verschiedenen Ortsteile Obersiggenthals sollen weiterhin als abgeschlossene Einheiten erkennbar bleiben. Dennoch: Der Siedlungstrenngürtel zwischen Kirchdorf und Nussbaumen wird mit einer Einzonung nahe der Schule Kirchdorf (siehe Bild) noch ein Stück verschmälert. «Das wird zu Diskussionen führen», sagt Läng. Das Gebiet im Siggenthaler Feld bleibt berührt. Wie die Weiden am Siggenberg ist dieses Gebiet kantonal geschützt. Die verbleibende, unbebaute Wohnzone auf dem Hertenstein soll vorerst als Reserve beibehalten werden.

Diskussionen erwartet Läng auch im Hinblick auf die unverändert bleibende Gewerbezone in Kirchdorf. «Wir möchten hier lieber das wertvolle Landwirtschaftsland erhalten», sagt Läng. Obersiggenthal sei im Wohnbereich stark. Gebiete für Industrie und Gewerbe gäbe es in umliegenden Gemeinden genug. «Wir haben immer wieder Anfragen von Aldi und Lidl. Eine Gemeinde muss aber nicht alles bieten.» Fünf neue Bauten sollen unter Denkmalschutz gestellt werden: die Giesserei Oederlin, drei Bauernhäuser und ein Wohnhaus im geschützten Dorfkern an der Ringstrasse.

Ab morgen Freitag liegen die Unterlagen einen Monat lang in der Bauverwaltung Obersiggenthal öffentlich auf und können von der Internetseite der Gemeinde herunter geladen werden. Alle Interessierten können sich am Mitwirkungsverfahren beteiligen. Nach der kantonalen Vorprüfung wird die Vorlage 2013 dem Einwohnerrat vorgelegt werden. Ende 2013 soll die revidierte Nutzungsplanung in Kraft treten.

Öffentliche Orientierungsversammlung : Montag, 4. Juni, 19 Uhr, Gemeindesaal.