Oberrohrdorf war bekannt für seinen Mammutbaum. Über 130 Jahre lang hat er über die Dächer von Oberrohrdorf geragt und Jahr für Jahr den Weihnachtsschmuck getragen – 2015 musste er aber gefällt werden, weil die Wachstumszone weitgehend abgestorben war.  Ursache war ein Hallimaschpilz, der ins Bauminnere eingedrungen ist. 

Aus dem Stamm hat Holzkünstler und Ex-Schmirinski Stefan Schmidlin eine mehr als fünf Meter grosse Skulptur geschnitzt. Der tonnenschwere Koloss wurde vor ein paar Tagen an seinen neuen Platz auf dem Fronalpstock beim Vierwaldstättersee transportiert, wie Tele M1 berichtet. 

Für Schmidlin war dies ein besonderer Moment. Er sei in der vorangegangenen Nacht noch erwacht und habe sich Gedanken gemacht, erzählt er. Die Statue wurde mit dem Helikopter auf 1992 Höhenmeter (nicht 1300, wie erst gemeldet, Anm. der Redaktion) hinauf geflogen. «Es sieht spektakulär aus, wenn die Figur an den Ketten hängt – nicht sehr stabil», so der Künstler, man habe ihm aber versichert, dass es gut komme. 

Baumfällung: Oberrohrdorf verliert seinen Mammutbaum.

Baumfällung: Oberrohrdorf verliert seinen Mammutbaum. (29. September 2015)

Der geschichtsträchtige Baum lässt auch Schmidlin nicht kalt: «Ich habe immer Respekt vor so grossen Bäumen – es gibt nicht viele davon. Wenn einer gefällt werden muss, und ich ein Stück davon bekommen kann, dann weiss ich, ich darf mir keinen Fehlschnitt erlauben.»

Die Statue steht nun ein halbes Jahr an ihrem jetzigen Standort. Im Frühling kommt sie in ein Altersheim in Wetzikon.