Das Projekt der Ostaargauer Strassenentwicklung («Oase») läuft beim Kanton auf Hochtouren. Die Diskussionen, ob das Zentrum mit einem Peters-, Baldegg- oder Martinsbergtunnel umfahren werden soll, laufen weiter. Doch die Stadt hat ein anderes Problem: Der Verkehr fliesst nicht ab. Will Baden, wo in einer Klus zwei Verkehrsachsen aneinander vorbeikommen sollen, sich im Zentrum entwickeln, ohne dass man gerade das Auto verbietet, ist eine mutige Planung gefragt. Nicht zuletzt weil die Prognosen der Region ein Wachstum um 30 000 Einwohner voraussagen, der Stadt Baden allein um 2000.

Altes Projekt aktueller denn je

Die Casinobrücke wurde einst als Alternative zur Siggenthaler Brücke gehandelt. Angesichts des massiv gestiegenen Verkehrsaufkommens würde sie heute der Entlastung des Zentrums dienen. Glühender Verfechter ist Anton Bucher, Ennetbadener alt Gemeindeammann (1978–81). Er ist heute noch überzeugt, dass eine Brücke von der Haselstrasse zur Sonnenbergkreuzung die ideale Lösung wäre. Den Badener Brückenkopf müsste man laut Buchers Beschreibung etwas absenken. Auf Ennetbadener Seite schlägt er einen Kreisel vor. Allerdings müsste ein bestehendes Gebäude weichen.

Gegen 85 Prozent sind in Baden hausgemachter Verkehr. Dies zeigt sich in den Abendspitzen, in denen Pendler-, Anwohner-, Einkaufs- und Freizeitverkehr aufeinandertreffen. Das kommunale Gesamtverkehrskonzept der Stadt Baden zeigt die neuralgischen Stellen auf: Es sind primär die Hasel- und die Bruggerstrasse sowie die Kreuzungen an diesen Strassenzügen. In der Bruggerstrasse kommt es in beiden Richtungen öfters zu Rückstaus über die Kreuzungsbereiche hinaus.

Regierungsrat Stephan Attiger bestätigt. «Es ist so: Der wesentliche Teil des Badener Verkehrs ist hausgemacht, das hat sich mit «Oase» bestätigt.» Zu viele Parkhäuser seien an die Haselstrasse und Bruggerstrasse angeknüpft. «Bei diesem Engpass braucht es eine Entlastung, die im engeren Raum stattfinden sollte.

Ein neuer Limmatübergang mache eigentlich keinen Sinn, so Attiger. Er spricht von einem «Leitern-System» mit den Brückenverbindungen über die Limmat in Vogelsang, Turgi, Siggenthaler Brücke, Hochbrücke und Neuenhoferbrücke. Einziger wunder Punkt: Mit der Umfahrung Ennetbaden hätte sich der Verkehr zu rund 50 Prozent auf beide Limmatseiten verteilen sollen. Das ist laut Stephan Attiger aber so nicht eingetroffen.

Ein neuer Limmatübergang würde aber notwendig, wenn die Limmattalbahn nach Baden weiterginge. «Weil diese ins Zentrum führen muss, wäre es naheliegend, das Trassee über die Hochbrücke zu legen», erklärt Attiger. Damit hätte dort der motorisierte Individualverkehr weniger Platz, sodass sich ein neuer Limmatübergang aufdrängen würde.

Mit der «Oase» werden derzeit Varianten und Untervarianten zur Entlastung des Regionalzentrums analysiert. Bis Ende Jahr soll Konkreteres vorliegen. Das Hauptziel der «Oase» ist «die Entlastung des Zentrums durch eine Umfahrung», bestätigt Vizeammann Markus Schneider. Im Vordergrund der Überlegungen stehe eine Verbindung von der Siggenthaler Brücke her in Richtung Autobahn. Eine Casino-Brücke wäre zweifellos eine Überlegung wert, zumal sie den Verkehrsabfluss aus dem Zentrum verbessern würde, fügt Schneider an.