Schulhausplatz Baden
Stautafeln zeigen an, wie man am schnellsten in die Stadt fährt

Mit Beginn der Bauarbeiten der am Badener Schulhausplatz stellt sich die Frage: Was ist der schnellste Weg für Verkehrsteilnehmer, die ihn auf dem Weg in die Stadt queren müssen? Anzeigetafeln weisen ihnen nun den Weg.

Martin Rupf und Pirmin Kramer
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Auch gestern staute sich der Verkehr auf Höhe Schadenmühleplatz. Künftig wird signalisiert, ob die Strecke über die Neuenhoferstrasse schneller wäre.

Auch gestern staute sich der Verkehr auf Höhe Schadenmühleplatz. Künftig wird signalisiert, ob die Strecke über die Neuenhoferstrasse schneller wäre.

martin rupf

Gestern war es so weit: Erstmals seit dem Spatenstich zur Sanierung des Schulhausplatzes bildeten sich vor der Kreuzung lange Staus. Besonders viel Geduld war auf der Bruggerstrasse gefragt, weil der Schlossbergtunnel in Richtung Schulhausplatz-Kreuzung nur einspurig statt wie bisher zweispurig befahrbar war.

Viel Betrieb auch auf Schulhausplatz: Lichtsignalanlagen und Verkehrsschilder wurden abgebaut; Verkehrslotsen leiteten die Autos und Busse per Handzeichen über die meistbefahrene Kreuzung des Kantons.

Nicht ganz so dramatisch präsentierte sich die Situation auf der Mellingerstrasse – oder anders gesagt, es staute nicht mehr, als es ohnehin fast jeden Tag tut. Bis Ende Jahr soll die Sanierung der Äusseren Mellingerstrasse – gemeint ist der Abschnitt zwischen Badener Tor und Schadenmühleplatz – abgeschlossen sein. Doch wegen der bis Ende 2017 dauernden Schulhausplatzsanierung wird man sich auf der Einfallsachse nach Baden für längere Zeit auf Staus einstellen müssen.

Schneller durch den «Baregg»

Schon heute fragen sich viele Autofahrer, wenn sie auf der A1 von Bern oder von Dättwil/Fislisbach kommen, auf welchem Weg sie am schnellsten ins Zentrum gelangen. Über die Mellingerstrasse oder doch besser über die Autobahn durch den Bareggtunnel und von dort über die Neuenhoferstrasse?

Seit gestern helfen ihnen dabei zwei Anzeigetafeln wenige 100 Meter vor der Autobahn-Ausfahrt «Baden West» und vor der «Jumbo»-Kreuzung. Auf diesen werden die Verlustzeiten auf der Stamm- als auch auf der Alternativroute angezeigt. Verlustzeit meint die Zeit, die man länger braucht, als bei einer Fahrt auf leerer Strasse.

Neugestalrtung: So wird der Schulhausplatz in Baden
8 Bilder
Schulhausplatz beim Falken-Aufgang
Übersicht über den Schulhausplatz nach der Neugestaltung
Blick vom Cordulaplatz Richtung Fussgänger- und Veloebene.
«Untergeschoss» in der Übersicht
Fussgängerebene Richtung Hochbrücke
Schulhausplatz-Unterführung

Neugestalrtung: So wird der Schulhausplatz in Baden

Aargauer Zeitung

«So ist zum Beispiel ein Wechsel von der Anzeige der Verlustzeiten auf die Anzeige der Reisezeiten für die gesamte Route bis zum Schulhausplatz vorgesehen», sagt Arnim Wagner, Projektleiter beim kantonalen Baudepartement. Auf die Frage, weshalb nicht von Beginn an die Reisezeit nach Baden angegeben wir, sondern zuerst die etwas kompliziertere «Verlustzeit», antwortet Wagner. «Der Hauptgrund ist, dass häufig nicht nur bis nach Baden gefahren wird, die Reisezeit bis ins Zentrum also nur bedingt aussagekräftig ist.» Und noch auf wichtiges Detail weist Wagner hin: «Die Anzeige schaltet erst ein, wenn eine gewisse Wartezeit in den Stauräumen erkannt wird. Bei schwachem Verkehr ohne nennenswerte Verlustzeiten bleibt sie somit dunkel.»

Kameras filmen Nummernschilder

In den beiden Stauräumen Mellinger- und Neuenhoferstrasse werden jeweils bei Ein- und Austritt die Fahrzeugkontrollschilder mittels spezieller Kameras erfasst und daraus die aktuelle Reisezeit bzw. Wartezeit im Stauraum ermittelt. «Die Daten werden dazu bereits vor Ort in den Kameras anonymisiert und verschlüsselt übertragen, sodass der Datenschutz jederzeit gewährleistet ist», betont Wagner.

Wer von Richtung Brugg her nach Baden fuhr, brauchte am Mittwoch mehr Geduld als üblich
7 Bilder
Baden Schulhausplatz-Sanierung Tag 4
Die Lichtsignalanlagen auf der Kreuzung wurden abgebrochen
Viel Verkehr im Schlossbergtunnel
Strassenschilder wurden entfernt

Wer von Richtung Brugg her nach Baden fuhr, brauchte am Mittwoch mehr Geduld als üblich

Pirmin Kramer

Mit der Verkehrszustandsinformation soll dem Verkehrsteilnehmer eine Entscheidungshilfe für eine selbstständige Routenwahl angeboten werden. Generell erhofft man sich mit dem Pilotprojekt Aussagen zur Wirksamkeit und zum Nutzen eines solchen Verkehrsmanagementsystems. Auch sind die Verkehrsteilnehmer eingeladen, unter www.ag.ch/stauinfobaden an einer Umfrage teilzunehmen. «Die Erkenntnisse des Pilotprojekts werden auch in das Verkehrsmanagement Baden-Wettingen einfliessen», so Wagner.

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