Die Primarschule benötige dringend mehr Raum, sagte im Jahr 2004 der damalige Freienwiler Gemeindeammann Hanspeter Geissmann. Zwei Jahre später wurde im Dorfzentrum ein neues Schulhaus gebaut. «Es werden keine unnötigen Reserven geschaffen», sagte der Ammann, als er über das Projekt sprach.

Nun braucht Freienwil erneut zusätzlichen Schulraum, wie es in der neusten Ausgabe des Gemeindemitteilungsblattes heisst. «Hauptgrund dafür ist die Umstellung auf 6 Jahre Primarschule ab Sommer 2014», erklärt Gemeindeschreiber Felix Vögele. «Ausserdem sind seit dem Bau des Schulhauses rund 100 Menschen nach Freienwil zugezogen – eine viel höhere Zahl, als wir erwarten konnten.»

Weil viele Familien mit Kindern ins Dorf zügelten, seien auch die Schülerzahlen angestiegen. Ein neues Schulzimmer brauche die Gemeinde ab dem Schuljahr 2014/
2015, erklärt Vögele.

Drei Ideen für neues Schulzimmer

Derzeit befasst sich der Gemeinderat mit der Frage, wo dieses neue Schulzimmer eingerichtet werden könnte. Drei Varianten stünden zur Diskussion, sagt Vögele. Im alten Schulhaus aus dem Jahr 1905 könnte der leerstehende Dachstock ausgebaut werden. Schätzungsweise wird dieser Ausbau 480 000 Franken kosten. Als zweite Variante prüfe der Gemeinderat, einen «Container» aufzustellen, was ungefähr gleich viel wie der Dachstockausbau kosten würde. «Drittens überlegt sich der Gemeinderat, im ehemaligen Restaurant Weisser Wind den ersten Stock zu mieten, damit dort unterrichtet werden kann.» Für 2500 Franken pro Monat exklusive Nebenkosten könnte dieser Raum gemietet werden.

An einer Infoveranstaltung habe sich die «Interessengemeinschaft Weisser Wind» dafür starkgemacht, das Schulzimmer im historischen Gebäude im Zentrum Freienwils einzurichten. Die Interessengemeinschaft wurde mit dem Ziel gegründet, das «wichtigste Gebäude der Gemeinde» zu erhalten.

Im März entscheidet sich der Gemeinderat für eine Variante und unterbreitet den Stimmberechtigten eine Vorlage, über die am 19. Juni entschieden wird.

Der Gemeinderat wird die Stimmbürger von seiner Idee wohl mit denselben Argumenten zu überzeugen versuchen, wie dies bereits Hanspeter Geissmann vor ein paar Jahren erfolgreich tat. «Wir haben eine gute Schule, das ist einer der grössten Standortvorteile Freienwils.» Um diesen Standortvorteil auch zugunsten künftiger Generationen zu sichern, müsse die Gemeinde genügend guten Schulraum bereitstellen.