Baden

Steigt die Stadt Baden nun doch als Bäder-Investorin ein?

Viel ist vom ehemaligen Glanz des Bäderquartiers nicht übrig geblieben. az/archiv

Viel ist vom ehemaligen Glanz des Bäderquartiers nicht übrig geblieben. az/archiv

Der Stadtrat Baden erarbeitet eine Beteiligungsstrategie und prüft dabei auch, ob er sich in den Bädern beteiligen soll.

Am Freitag haben Benno Zehnder, VR-Präsident der Verenahof AG, und Stefan Güntensperger, Direktor der Gesundheitsstiftung Bad Zurzach, das Baugesuch für das neue Thermalbad, Wohn-Ärztehaus und das erweiterte Parkhaus eingereicht. Für Zehnder als Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG wie für Stiftungsdirektor Güntensperger bedeutete dies ein Meilenstein. Auch die Finanzierung ist aufgegleist. 

Die Frage, in welcher Form, mit wie viel Geld und ob sich die Stadt am künftigen Bad oder am Parkhaus beteiligen soll, liegt noch unbeantwortet beim Stadtrat. Bereits im Jahre 2009 hatte der damalige Stadtammann Stephan Attiger eine Beteiligung in Aussicht gestellt. Noch vor einem Jahr sah dies auch Stadtammann Geri Müller durchaus als eine Möglichkeit.

Alle Beteiligungen überprüfen

«Der Stadtrat kann die Frage einer finanziellen Beteiligung durch die Stadt noch nicht beantworten, aber er setzt sich intensiv damit auseinander», sagt Stadtammann Geri Müller. Die Bauherrschaft sei informiert, dass dieser Prozess mehr Zeit in Anspruch nehme. «Die Stadt ist verschiedenenorts beteiligt, einige Beteiligungen sind historisch gewachsen», erklärt Stadtammann Müller.

«Der Stadtrat erarbeitet eine Beteiligungsstrategie», so Geri Müller. Das ist ein Legislaturziel. Zudem ist eine Motion von Einwohnerrat Mark Füllemann (FDP) hängig, der vom Stadtrat eine Beteiligungsstrategie fordert. Bei einer Bäder-Beteiligung stelle sich neben der politischen auch die finanztechnische Frage – Zins-/Ertragsrechnung. Zu bedenken ist, dass der Entscheid des Stadtrates in eine finanziell schwierige Zeit fällt. Darum müsse sich der Stadtrat auch darüber Gedanken machen, welche Schuldenlast es ertrage. Geri Müller ist sich jedoch bewusst, dass Fremdgeld noch nie zu so idealen Bedingungen aufgenommen werden konnte wie jetzt. «Die Überlegungen des Stadtrates müssen aber langfristig ausgelegt sein», sagt Müller.

Für Benno Zehnder wäre der Einstieg der Stadt eine gute Option. «Ich bin überzeugt, dass eine Beteiligung der Stadt strategisch ein kluger Entscheid wäre, für das Thermalbad, aber auch für die Stadt selber und ihr Standortmarketing.

Stadtparteien sind uneinig

Eine städtische Beteiligung stünde für Zehnder bei den Betreibergesellschaften des Bades und/oder des Parkhauses im Vordergrund. Es ist von 15 bis 20 Prozent die Rede, mit Einsitz im Verwaltungsrat. Die Prozente dürften dem Millionenbetrag entsprechen. «Die Immobilien selber werden im Besitze der Verenahof AG bleiben und von ihr vermietet», erklärt Zehnder.

Er habe die Diskussionen der Parteien zum Thema Finanzierung verfolgt. Erstaunt ist Zehnder über die ablehnende Haltung der FDP als Wirtschaftspartei. Positiv zu einer städtischen Beteiligung äusserte sich die SVP, etwas zurückhaltend auch die CVP. Eine Beteiligung sei nicht zuletzt aufgrund der Gewinnaussichten interessant, sagte von der SVP Serge Demuth. Skeptisch bis ablehnend sind die SP, Team und die Grünen eingestellt: «Die Stadt hat für das Projekt schon viel geleistet», lautet der Tenor. Bei der GLP spricht Sander Mallien von «vielen Zugeständnissen», welche die Stadt gegenüber der Verenahof AG schon gemacht habe. Eine finanzielle Beteiligung wäre ein strategischer Entscheid, darum müsste der Einwohnerrat dazu Stellung nehmen können.

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