Ein sonniger Morgen, für Läufer angenehme 14 Grad und eine idyllische Strecke an der Limmat: Die Kulisse für den Sponsorenlauf im Rahmen der Badener Umweltwochen wäre perfekt gewesen. Zusammen mit der Stadtökologie Baden hatte der WWF Aargau den Anlass organisiert.

Mit einem Brief lud er vor den Sommerferien alle Schulklassen ein, am Sponsorenlauf mitzumachen. Das Schreiben ging an die Schulleitungen der Primar- und Oberstufe. Die Stadtökologie versandte zusätzlich eine E-Mail. Doch keine einzige Schulklasse hat sich gemeldet und so musste der WWF die Aktion abblasen.

WWF ist enttäuscht

Tonja Zürcher, Geschäftsleiterin des WWF Aargau, ist enttäuscht: «Es ist wirklich sehr schade, dass es mit dem Lauf nicht geklappt hat. Es war aber unser erster Versuch, bei dem wir die Schulklassen mit einem festen Datumsvorschlag angeschrieben haben.» Im Normalfall gehen die Lehrer auf den WWF zu, wenn sie mit ihrer Klasse für die gute Sache rennen wollen. Dann können sie das Datum flexibler wählen.

Lehrer: «Wir haben keine Zeit»

Hatten Lehrer und Schüler keine Lust, für den Regenwald im Amazonasgebiet Geld zu sammeln? Alexander Grauwiler, Geschäftsleiter der Badener Schulen erklärt: «Die Schulleiter und Lehrer werden überflutet mit Einladungen und Anfragen solcher Art.» Doch das Programm der Klassen ist ohnehin schon dicht gedrängt. Exkursionen, Velofahrprüfung, Projektwochen oder Theaterprojekte zum Beispiel haben Priorität.

Wer sein Anliegen zu spät äussert, hat Pech. «Damit wir ein Projekt in unsere Jahresplanung aufnehmen können, brauchen wir mindestens sechs Monate Vorlaufzeit», sagt Grauwiler, «heute reicht es leider auch nicht mehr, nur einen Brief oder ein E-Mail zu schicken.» Wer Begeisterung wecken will, sollte das persönlich tun. «Meine Tür steht jederzeit offen, und wenn jemand ein sinnvolles Projekt vorstellt, setze ich mich bei den Lehrern gerne dafür ein», versichert Grauwiler.

Für den Geschäftsleiter ist dies denn auch der Grund, warum es nicht hat sein wollen. «Wenn die Motivation für ein bestimmtes Projekt fehlt, wirbt niemand bei den Kollegen dafür», sagt Grauwiler, «dann kann auch ein Sponsorenlauf schnell mal vergessen werden.»

Hoffnung für den Amazonas

Motiviert ist Zürcher auf jeden Fall. «Beim nächsten Mal werden wir die Schulen früher anschreiben. Und wenn es drin liegt, gehe ich bei ihnen persönlich vorbei.»

Obwohl es mit dem Sponsoring nicht geklappt hat, für den Amazonaswald gibt es eine gute Nachricht: Vier Badener Werklehrer haben mit elf Schulklassen im Werkunterricht Holzobjekte geschnitzt. Der Verkauf am letzten Samstag brachte bereits über 1000 Franken ein, berichtet Pascale Contesse, Projektleiterin der Umweltwochen.

Holzlöffel, Schneidbretter, Pfannenuntersetzer und mehr aus Badener Eichen- und Lärchenholz kann man am Samstagmorgen auf dem Schlossbergplatz nochmals kaufen. Und Tonja Zürcher versichert, ihre Tür stehe immer offen für motivierte Läufer.